| Gartengestaltung |
Eine der faszinierendsten und zugleich effizientesten Arten von Kräutergärten ist die Kräuterspirale, die es trotz etwas aufwendigerer Aufmachung schon in eine Vielzahl deutscher Gärten geschafft hat. Das Einzigartige daran ist, dass man auf kleinstem Raum ganz verschiedene Klimazonen schaffen kann und somit den Weg für eine bunte Mischung von verschiedenen Pflanzen ebnet, die sich durch ihre schneckenförmige Anordnung gegenseitig positiv in Wachstum und Wirkung beeinflussen sowie beschützen. So schaffen es Kräuterspiralen mit ihrer Vielfalt an Kräuterarten und ihrer durchdachten Anordnung, sogar Schädlinge fernzuhalten.
Die Idee zu einer solchen effektiven Gartenwirtschaft entstammt dem Mittelalter, wo in vielen Burgen schon solche Kräutergärten vorzufinden waren. Heute entspricht die Kräuterspirale den Leitsätzen der Permakultur. Diese versucht mit effizienter Planung und genauer Beobachtung der Prinzipien der Natur, intelligente Systeme für Landschaftsgestaltung und Ernährungsbeschaffung zu kreieren. Menschen, Tiere und Pflanzen sollen so in einen harmonischen Einklang gebracht werden, in dem alle gegenseitig in gleichem Maße voneinander profitieren. Mit durchdachten Konzepten kommt es somit zu einer langfristigen Selbstregulation der geschaffenen Systeme und zu höheren Profiten für Mensch und Natur.
Bevor man mit der Bepflanzung beginnt, ist es natürlich wichtig, dass man beim Aufbau des Konstrukts alles richtig gemacht hat. Das Grundgerüst bildet eine aus Steinen und Erde geschaffene Spirale, die auf ihrem Weg immer mehr an Höhe gewinnt. Der optimale Abstand zwischen den Steinwänden beträgt in etwa 60 cm. Der Höhepunkt der Kräuterspirale sollte circa bei 1 m liegen.
Wichtig ist schon beim Bau die Untergliederung in vier verschiedene Zonen. Jeder Bereich muss nämlich verschiedene Kernelemente enthalten. Ganz unten am Fuße der Spirale befindet sich die Feuchtzone: ein Teich oder Wasserbett, das unbedingt dem Süden zugewandt sein sollte. Mit einer direkten Verbindung zum Wasser entsteht als Nächstes die Feuchtzone, in der man darauf achten sollte, die Erde mit Kompost noch fruchtbarer zu machen. Die anschließende Zone befindet sich im Halbschatten und wird mit ganz normaler Erde aufgefüllt. Die Spitze der Spirale sollte möglichst trocken gestaltet werden, das heißt, die Erde muss mit Sand oder Kalk angereichert werden. Auch Bauschutt hilft bei der Schaffung der trockenen Mittelmeeratmosphäre.
Beim Bepflanzen der Kräuterspirale ist vor allem wichtig, dass man die verschiedenen Kräuter dem richtigen Bereich zuordnet. Dies ist leicht mit einem Pflanzenbuch getan, welches die idealen Wachstumsbedingungen der Kräuter angibt, oder aber man lässt sich im Pflanzengeschäft beraten. Schon im ersten Bereich der Kräuterspirale hat man nahezu unendliche Möglichkeiten. Man sollte sich aber nicht von dieser Riesenauswahl mitreißen lassen und den Teich überpflanzen. Ein Paar Wasserpflanzen reichen völlig aus. Am besten eignen sich Unterwasserpflanzen, da diese ihre Wurzeln im Boden des Teiches verankern und damit im gesamten Teich für einen reichhaltigen Sauerstoffanteil sorgen, der der Entstehung von Algen entgegenwirkt. Hervorragend eignen sich beispielsweise Wasserstern, Wasserpest, Wasserlilien oder Seerosen. Am Uferbereich kann man zusätzlich Brunnenkresse oder Wasserminze anpflanzen.
Die Feucht- und Normalzone
In der humusreichen und sonnigen zweiten Zone der Spirale fühlen sich besonders Petersilie und Schnittlauch wohl. Diese brauchen schon im Gewürztopf auf dem Küchenregal viel Nässe. Weiter oben auf der Spirale laden die schattigen Plätzchen etwas sonnenempfindlichere Kräuter wie Zitronenmelisse, Basilikum, Koriander, Kümmel, Oregano, Pimpinelle und Ysop zum Gedeihen ein.
Der mediterrane Bereich
Ganz oben an der Spitze der Spirale herrschen ideale Bedingungen für Mittelmeerkräuter, die sich im kalkigen Boden wie zu Hause fühlen. Thymian, Salbei und Lavendel haben hier ideale Wachstumsvoraussetzungen.
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