Heilkräuter

Beifuss Wirkung, Verwendung

Beifuss (Artemisia vulgaris)

Beifuss wächst am Wegesrand, Böschungen oder unbebauten Orten in dicken Sträuchern und gehört zur Gattung der Korbblütler. Seine fiederigen, spitzen Blätter sind auf der Oberseite dunkelgrün und auf der Unterseite weiß behaart. Die Blütenköpfchen sind gelb oder rötlich und traubenartig angeordnet. Die Pflanze wird bis zu 1,50 Meter hoch und steht von Juni/Juli bis Ende August in voller Blüte.

Bei der Ernte werden die oberen Triebspitzen abgeschnitten und gebündelt auf dem Kopf hängend, getrocknet. Beifuss ist den meisten Menschen aus Hexenerzählungen bekannt. Kaum ein filmischer Zaubertrank, der nicht diese Beimischung enthält. Beifuss wurde im Mittealter dem Wermut als Hausmittel gleichgestellt, da sich diese beiden Kräuter nicht großartig unterscheiden. Beifuss ist aber milder und somit oft besser verträglich.


Beifuss Wirkung, Verwendung

Er wurde damals wie heute bei Magen- und Darmstörungen, bei Mundgeruch und Durchfällen eingesetzt. Da er als reinigend galt und man ihm nachsagte, er würde vor Unheil schützen, wurde er als Gürtel geflochten um den Körper getragen. Daher trägt er heute noch manchen Ortes den Beinamen Johannisgürtelkraut. Heutzutage wird er als Tee auch noch bei Galle- und Leberleiden, Schwäche, Nervosität und Kopfschmerz eingesetzt. Auch bei Epilepsie soll der regelmäßige Genuss von Beifusstee die Anfallintensität und –anzahl verbessern können.

Beifusstee wird wie folgt zubereitet: 1 gehäufter Teelöffel Beifußkraut mit ¼ l kochendem Wasser übergießen und ca. 2 min. ziehen lassen. Leider ist der Geschmack etwas bitter und lässt sich nicht mit Zucker überdecken. Doch gerade die Bitterstoffe des Krautes sind es, die heilen. Somit ist der Geschmack ein geringes Übel und die Wirkung wird den bitteren Tee aufwiegen.

Neben den Bitterstoffen sind es die ätherischen Öle Cineol, Thujaöl und Cholin, die eine wesentliche Rolle zur Heilung beitragen. Der Tee kann 1-3 x pro Tag getrunken werden. Da es sich um einen Korbblütler handelt, sind Allergien natürlich nicht ausgeschlossen. Dann sollte der Tee sofort abgesetzt werden.

In der Schwangerschaft sollte der Tee allerdings überhaupt nicht getrunken werden, da er die Monatsblutung fördert.

Und so wird er auch in der Homöopathie als Frauenmittel verwendet. In homöopathischen Potenzen hilft er bei PMS, Unterleibskrämpfen und bei zu geringer Menses.

Hier findet sich auch die aus dem Mittelalter bekannte Wirkung der Reinigung wieder. Beifuß ist aber nicht nur in der europäischen Volksmedizin bekannt. Auch die traditionelle chinesische Medizin verwendet Beifuss seit Tausenden von Jahren in der Moxibustion. Hierbei wird entweder eine Ingwerscheibe auf einen Akupunkturpunkt gelegt und ein Moxakegel darauf gestellt und angezündet oder eine Nadel wird in den Akupunkturpunkt gestochen und mit einer Moxazigarre erhitzt, damit die Wärme ins Innere fließen kann.

In der Schulmedizin wird Beifuss keine große Beachtung geschenkt. Hier wird aber gerne auf den etwas stärkeren, großen Bruder, den Wermut zurückgegriffen. Wermut wird in der Schulmedizin ebenfalls bei Leber- und Gallenstörungen und bei Magen- und Darmleiden eingesetzt. Bevor aber als Hausmittel zum Wermut gegriffen wird, sollte man es erst einmal mit Beifuss probieren, da seine Wirkung meist schon ausreicht.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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