Heilkräuter

Echter Lein (Linum usitatissimum L.)

Echter Lein (Linum usitatissimum L.), Wirkung, Verwendung...

Blühenden Lein können wir in der Zeit von Juni bis August beobachten. Er trägt zartblaue manchmal auch weiße Blüten. Die Pflanze ist ein einjähriges und recht zartes Gebilde. Die Stängel sind zierlich und erreichen eine maximale Höhe von 70 cm. In der Wildnis ist Lein nur noch selten zu finden. Sie wird in erster Linie angebaut. Lein, auch unter dem Namen Flachs bekannt, schätzte man bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts zur Fasergewinnung. Im weiteren Verlauf gewann jedoch die Baumwollpflanze die Oberhand.

Lein ist eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Auch im Mittelalter haben sich Kräuterkundige der Leinwirkung bedient. Auch Hieronymus Bock schrieb in seinem Kräuterbuch von 1539 schon lobende Einträge über Lein und dessen Wirkungsweise. Inzwischen haben die Samen der Leinpflanze einen festen Platz in der Naturheilkunde und sind hier nicht wegzudenken.

Die Anwendung von Leinsamen findet bei Schulmedizinern als auch bei den naturheilkundlich orientierten Menschen Anerkennung. Die Einnahme der Samen ist eine weitverbreitete Methode bei chronischen oder vorübergehenden Verstopfungen. Der in der Samenschale enthaltene Schleimstoff quillt mit der Zugabe von Wasser auf. Dieser Quellvorgang macht sich als ein Reiz im Darm bemerkbar. Das Volumen des Darminhaltes nimmt zu, der Platz reduziert sich und der Darm ruft sozusagen nach Entleerung. Damit der Schleimstoff der Samenschale auch wirklich gut quellen kann, ist eine reichhaltige Flüssigkeitszufuhr unabdingbar. Des Weiteren sorgt genügend Flüssigkeitszufuhr auch möglichen Komplikationen wie z. B. einem Darmverschluss vor. 1 Esslöffel Leinensamen sollte daher mit mindestens 200 ml Wasser oder Kräutertee eingenommen werden. Mehr als 2 Esslöffel Leinensamen am Tag sollten auf keinen Fall eingenommen werden.

Der Samen beinhaltet leider auch ein Pflanzengift, das durch die Aufspaltung bei der Verdauung und bei übermäßigem Verzehr zu einer Blausäurevergiftung führen kann. Wer sich allerdings an die Spielregeln hält, hat auch mit keinen Komplikationen zu rechnen. Menschen mit einer Magenschleimhautentzündung können ebenfalls vom Samenschalenschleim profitieren. Der Schleim wird in solchen Situationen als Rollkur angewandt. Das bedeutet, dass der Schleim zunächst auf nüchternen Magen eingenommen wird. Danach wechselt der Betroffene in Abständen von ca. 15 Minuten seine Liegeposition (Bauchlage, Rückenlage, rechte und linke Seitenlage). Auf diese Art kann die gesamte Magenschleimhaut erreicht und geschützt werden. Die Zubereitung des Schleims ist recht einfach. Man nimmt die 50-fache Flüssigkeitsmenge des Leinensamens und übergießt diese mit warmem Wasser. Nach ca. 30 Minuten sind die Schleimstoffe freigesetzt und zur Anwendung bereit.
 
Heilpraktiker empfehlen bei Gelenkerkrankungen, Quetschungen, Juckreiz und sonstigen Hauterkrankungen die äußerliche Anwendung von Leinensamenpaste. Neuere Untersuchungen gehen sogar in die Richtung, dass Lein eine krebshemmende Wirkung haben könnte.

 

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Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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