Heilkräuter

Enzian (Gentiana lutea)

Enzian (Gentiana lutea)

Der bekannteste Enzian ist der blaue Enzian. Er wird in Liedern beschrieben, ist aus der Bauernmalerei bekannt, ziert so manches Wappen und kommt als Schnaps auf den Tisch.
Als Heilkraut wird aber eher sein gelber Kollege verwendet. Der Gelbe Enzian erreicht eine Höhe von mehr als einem Meter, braucht aber zum Erreichen dieser Größe fast 10 Jahre.
 
Der aufrechte Stängel trägt kreuzgegenständig große bläuliche Blätter, über denen nach einigen Jahren des Wachstums die gelblichen Blüten ausgebildet werden. Der gelbe Enzian fühlt sich im kalkhaltigen Gebirge am wohlsten und blüht dort von Juli bis September.

Die wichtigsten Wirkstoffe im Enzian werden aus seiner Wurzel gewonnen und sind Gentiopikrin und Amarogentin, beides Bitterstoffe.

Die Enzianwurzel ist eine fast reine Bitterstoffdroge und somit ist auch der Gehalt an Gerbstoffen sehr gering. Daher eignet sich der Enzian besonders gut als Magenmittel, da die Reizwirkungen der Gerbstoffe entfallen.
 
Von Appetitlosigkeit über Blähungen zu Darmträgheit und Völlegefühl, als Tee getrunken oder als Tinktur aus der Apotheke, der Enzian hilft bei fast allen Beschwerden des Verdauungstraktes.
Aufpassen sollte man nur, wenn der Magen zur Übersäuerung neigt und hoch reizempfindlich reagiert. Dann ist Melisse, Kümmel, Kamille, Anis oder Fenchel besser zur Beruhigung des Magens geeignet.
Kommen die Magenbeschwerden nur gelegentlich vor, ist es immer gut, eine Enziantinktur in der Hausapotheke zu haben. Bei anhaltenden Beschwerden, die vorher mit dem Arzt abgeklärt werden sollten, kann täglich vor jeder Mahlzeit getrunken, eine Tasse Tee Wunder wirken. Dafür wird ein Teelöffel Enzianwurzel mit 200 ml Wasser übergossen und 5 Minuten aufgekocht.
 
Wem dieser Tee zu stark erscheint, kann es mit einem Kaltansatz probieren. Die 4 Teelöffel Enzianwurzel werden 10 Stunden in1 Liter kaltem Wasser eingelegt, dann abgesiebt und über den Tag verteilt getrunken. Der Vorteil des Kaltansatzes ist, dass die Gerbstoffe noch weiter verringert werden und somit der Magen noch mehr geschont bleibt.

Homöopathisch wird Gentiana lutea ebenfalls bei Verdauungsschwäche, Leber- und Gallebeschwerden und bei Appetitlosigkeit angewendet.
 
Dr. Bach beschäftigte sich ebenfalls bei seiner Suche nach den 38 Seelenblüten mit dem Enzian. Allerdings wird in der Bachblütentherapie der Bittere Enzian/Herbstenzian oder lateinisch genannt Gentiana amarella verwendet. Dr. Bach bezieht diese Pflanze auf den seelischen Zustand des Zweifelns. Er war der Auffassung, dass es denjenigen, die sich selbst gut helfen können, die selbst bereit sind ihr Leben zu verändern und ihre Genesung selbst in die Hand nehmen, sich aber dennoch immer wieder entmutigen lassen und sich schnell Steine in den Weg legen lassen, hilft diese Pflanze das Selbstwertgefühl zu steigern und mutiger zu werden.
 
Somit ist der Enzian ein wichtiger Bestandteil von Mixturen, die bei Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktionen angemischt werden.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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