Heilkräuter

Estragon (Artemisia dracunculus)

Die Geschichte des Estragons ist vor allem aus mythischer Sicht interessant. In der Vergangenheit wurde diesem Kraut eine schützende Wirkung zugeschrieben. Daher auch der lateinische Name, der auf den angeblichen Schutz vor Drachen hindeutet. In einigen Ländern ist der Estragon auch unter dem Namen Bertram bekannt.

Der Estragon stammt sehr wahrscheinlich aus Arabien und wurde während der Kreuzzüge in Europa bekannt. Heute kommt Estragon als wilde Staude in Südeuropa vor. Kultivierte Pflanzen werden hauptsächlich in den Niederlanden und in der Balkanregion angebaut.

In der heutigen Zeit wird Estragon vorwiegend in der Küche eingesetzt. Hier wird er generell zum Würzen von Fisch, Geflügel oder Reis verwendet und gibt der berühmten Sauce Bernaise ihren einzigartigen Geschmack. Aufgrund seines Anbaugebiets wird Estragon gern in der französischen Küche verwendet.

Aufgrund des Geruchs der ätherischen Öle soll Estragon Fliegen von frischem Fleisch abhalten, aus diesem Grund kann man Fleisch, das offen steht, mit Estragon zu Abwehr von Fliegen einreiben.

Der Estragon weist ätherische Öle auf, hier hauptsächlich Estragol, doch auch Ocimen, Camphen, Limonen und Athenol. Da das Estragol im Verdacht steht, gesundheits- und erbgutschädigend zu sein, sollte man in der Küche jedoch Estragon nur sparsam verwenden.

Estragon enthält viel Kalium, wird daher bei der Behandlung von Ödemen oder Appetitlosigkeit eingesetzt. Außerdem werden ihm verdauungsfördernde und harntreibende Wirkungen zugeschrieben, auch soll er den Gallenfluss anregen.

Das Estragonöl wird vorwiegend zur Behandlung von Rheuma und Muskelverkrampfungen eingesetzt. Für den Verdauungstrakt hat Estragon weiterhin die Wirkung, dass es Blähungen und Magenschwäche lindert.

Estragon kann ebenfalls bei Schlafstörungen und Zahnschmerz eingesetzt werden. Es ist jedoch auf gar keinen Fall für Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder geeignet.

Man verwendet generell die jungen Blätter und Triebe, die man entweder im Kühlschrank einige Tage frisch halten oder in getrockneter Form aufbewahren kann. Der Geschmack und Geruch des Estragons leidet jedoch bei der Trocknung.

Anwendungsarten:

Aromatherapie: Estragonöl kann im Rahmen der Aromatherapie verabreicht werden. Hierzu werden die Öle erhitzt, wenige Tropfen auf einem Tuch eingeatmet oder in Verbindung mit kochendem Wasser inhaliert.

Umschlag: Sehr gut einzusetzen bei akuten rheumatischen Beschwerden in den Gelenken. Estragonblätter in heißem Wasser einweichen und in einen getränkten Baumwollumschlag (z. B. ein Geschirrtuch) legen. Auf die entzündete Stelle legen – am Besten über Nacht. Diese Anwendung ist auch bei Menstruationsbeschwerden zu empfehlen.

Salbe: Eine Estragon-Salbe ist schnell selbst hergestellt - einige Tropfen ätherisches Estragonöl in eine Salbenbasis verrühren und dünn auf die rheumatische Stelle streichen.

Tee: Einen Teelöffel Estragonblätter mit kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Wirkt je nach Beschwerden verdauungsfördernd oder appetitanregend.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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