Heilkräuter

Fingerhut (Digitalis purpurea)

Fingerhut (Digitalis purpurea)

Der Rote Fingerhut ist eher eine zweijährige Pflanze, die aber ebenfalls wie der Wollige Fingerhut ausdauernd sein kann. Sie wird bis zu 2 Meter hoch, ihre kleine Schwester der Wollige Fingerhut jedoch nur bis zu einem Meter. Der Rote Fingerhut hat große Kelche als Blüten, dagegen trägt der Wollige Fingerhut eher kleine, behaarte Kelche.
 
Der Wirkstoff von beiden Pflanzen ist der Gleiche. Es ist das uns bekannte Herzglykoside „Digitalis“, dass diese Pflanze in der Schulmedizin so wertvoll macht. Seit nun mehr als 200 Jahren wird dieser Stoff für Herzerkrankungen erfolgreich eingesetzt. Es war der Arzt Dr. William Withering der in einem alten Familienrezept im Jahre 1775 die Pflanze zur Behandlung von Wassersucht und als Brechmittel entdeckte. Nach längerem Forschen entdeckte er, dass Digitalis die Herztätigkeit steigert und veröffentlicht hierüber den Artikel „An Account of the Foxglove, and Some of  ist Medical Use“, der nur mit mäßigem Erfolg von seinen Ärztekollegen angenommen wird.

Der Fingerhut enthält aber nicht nur den bekannten Stoff Digitalis. Des Weiteren enthält er Saponine, Schleime und ein Flavonglykosid. Saponine wirken entzündungshemmend, schleimlösend, harntreibend und hormonstimulierend. Schleime legen sich schützend auf die Schleimhäute und wirken somit reizhemmend. Flavonglykoside wirken gefäßerweiternd und durchblutungssteigernd. Bei diabetischen Gefäßschäden soll es einen positiven Einfluss nehmen und auch bei Arteriosklerose sollen Flavonglykoside erfolgreich einsetzbar sein.
 
Der Fingerhut ist eine der giftigsten Pflanzen und sollte daher niemals zur Selbstbehandlung eingenommen werden, da schon zwei seiner Blätter tödlich sein können.
 
In verschreibungspflichtigen Mitteln wird Digitalis verwendet um die Herzpumpleistung zu steigern, damit der Blutdruck erhöht wird und der Blutkreislauf beschleunigt wird.
Krankhafte Wasseransammlungen im Körper können somit ausgeschwemmt werden.

In der Homöopathie wird meist nur der Rote Fingerhut benutzt. Die Erntezeit hier ist schon vor der Blütezeit und nicht wie in der Schulmedizin während der Blütezeit.
Natürlich wird es auch in der Homöopathie in erster Linie als Herzmittel eingesetzt. Aber auch Harnbeschwerden, Nierenschwäche, Blasenerkrankungen, Leberschwellung, Gelbsucht, Prostataleiden, Depressionen, Schlafstörungen, Übelkeit und Migräne werden mit Digitalis purpurae behandelt.
 
Gebräuchliche Potenzen sind hier die D3 und D6. Höhere Potenzen sollten unbedingt mit einem Heilpraktiker oder Arzt abgestimmt werden. Abzusetzen ist Fingerhut auch in der homöopathischen Form sofort, wenn sich Übelkeit, Erbrechen, Atemnot und Herzflattern einstellt.

Der Fingerhut hat aber nicht nur im Gesundheitswesen seinen Platz eingenommen. In Elfenzeichnungen sieht man den Fingerhut immer wieder als Kopfbedeckung für diese kleinen Fabelwesen.

In Irland wurde der Fingerhut im Mittelalter gegen den bösen Blick verwendet und eine Schweizer Sage besagt, dass diese Pflanze dem Teufel als Fingerhut dient.

Besonders schön, da einmal nicht gefährlich ist jedoch die Wahrheit, dass diese schöne Pflanze einer kleinen Raupe dazu verhilft zwischen Juli und August zu einem schönen Nachtfalter, dem Eupithecia pulchellata zu werden.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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