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Fingerhut

Heilkräuter

Fingerhut

Der imposante Fingerhut ist unter Wanderern, Natur- und Pflanzenliebhabern und natürlich unter Gartenfreunden gut bekannt, dass er aber relativ starke Giftstoffe enthält, weiß dagegen wohl die Minderheit unter ihnen. Seltsamerweise ist die Pflanze auch unter dem deutschen Namen Waldglöckchen bekannt, obwohl die Größe der Pflanze auf etwas ganz anderes als ein Glöckchen schließen lässt.

Der Fingerhut gehört zur Familie der Wegerichgewächse, und ist somit sowohl als Kräuterpflanze als auch als Staudengewächs bekannt. Die Pflanze ist weit verbreitet und besiedelt sowohl den nordafrikanischen Kontinent als auch Westasien. Sein Hauptvorkommen hat der Fingerhut aber in Südeuropa, wo er viele Arten seiner Gattung zählt. In Deutschland unterscheidet man am häufigsten zwischen den folgenden 3 Spezies. Dem Roten und dem Gelben Fingerhut sowie dem Großblättrigen und dem – seltener vorkommenden – wolligen Fingerhut.

Es kommt vor, dass die Pflanze mit anderen Arten, die Ähnlichkeiten in ihrer Erscheinungsform aufweisen, verwechselt wird und deshalb nicht selten zu schweren Erkrankungen oder sogar zum Tod führt. Denn die in der gesamten Pflanze befindlichen Digitalisglykoside machen den Fingerhut besonders für Herzschwache zu einer nicht ungefährlichen Giftpflanze, die man kennen sollte. Die angesprochenen Verwechslungen betreffen oft die Malve und den Eisenhut, wobei dieser auch starke Gifte enthält.

In der Medizin ist die Verwendung des Fingerhutes beziehungsweise seiner relevanten Inhaltsstoffe schon lange bekannt und entsprechend verbreitet. Die Glykoside werden in therapeutischen Dosen zur Stärkung des Herzens angewendet. Vorsicht ist jedoch allemal geboten, darauf weist in der Regel aber jeder gute Arzt hin.

Nichtsdestotrotz zählt der Fingerhut zu einer der beliebtesten Gartenpflanzen, der gern in Rabatten oder, wegen seines majestätischen Wuchses und den kräftigen Blüten, auch als eine Art Solitär in Einzelstellung integriert wird. Vor dem Anpflanzen von Fingerhut im Garten sollte man deshalb unbedingt beachten, dass die Stauden bzw. krautigen Pflanzen durch ihre Höhe dahinter liegende, kleinere Pflanzungen optisch verdrängen. Ideal ist eine Abwechslung mit ebenfalls höheren Arten wie Malve, Sonnenhut und Rittersporn. Sehr ansprechend wirkt auch ein Verpflanzen in sogenannten Hügelbeeten oder Hochbeeten. Dort muss der Fingerhut allerdings im mittleren Streifen des Beetes gepflanzt werden, um, wie oben bereits für den Gartenbodenanbau erwähnt, die Stellung der kleinen Pflanzen und Kräuter nicht zu unterlaufen gar zu überwuchern.

Oft wird der Fingerhut seiner schön geformten und farbkräftigen Blüten wegen ins Haus geholt und ziert fortan in Vasen und Gläsern die Räume. Hier soll abermals auf die Giftigkeit des Fingerhutes hingewiesen werden, besonders, wenn Kinder vorhanden und die Blumen in Reichweite sind. Das Unberechenbare ist, dass leider nicht genau gesagt werden kann, in welchem Teil der Pflanze wie viel Giftstoff enthalten ist. Oft gibt es Blüten oder Stängel, die kaum oder gar kein Glykosid enthalten und andere, von denen der Verzehr eines Stückes Blütenblatt zum schnellen Tod von Kindern führen kann. Man sollte der Natur also in diesem Fall die Grenze Garten setzen und sich so ungetrübt am Anblick der schönen Kräuterpflanze erfreuen.