Heilkräuter

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Den umgangssprachlichen Name erhielt die Pflanze, weil Ihre Blätter an den Umhängemantel Marias, der Mutter Jesu Christi, erinnern sollen.

Der Frauenmantel ist aber auch als: Frauenhilf, Frauenrock, Hasenmänteli, Taukraut und Jungfernkraut bekannt, er gehört zu der Familie: Rosaceae (Rosengewächse). Stark behaarte Formen werden auch als Silbermantel bezeichnet. Volkstümlich wird bei den Frauenmänteln dabei nur zwischen dem (behaarten) „Silbermantel“ oder „Alpen-Sinau“ und dem eher kahlblättrigen „Frauenmantel“ unterschieden. Behaarte Arten werden beispielsweise häufig in Steingärten und Parks als Zierpflanzen verwendet. Dieses Rosengewächs ist hauptsächlich in Europa und Asien beheimatet. Dort findet man ihn meist auf feuchten Wiesen und Weiden, aber auch an Wegen, Gräben, Flussufern, Waldrändern und in Gebüschen. Sie sind krautige bis strauchförmige Pflanzen, ihre Blüten sind klein, unscheinbar und kronblattlos.

Von den etwa 1000 Arten sind rund 300 in Europa heimisch. Die Fortpflanzung erfolgt überwiegend, bei den europäischen Arten fast ausschließlich, agamosperm (über ungeschlechtliche Samenbildung). Die Arten benötigen eine gute Wasserversorgung, viel Licht sowie im Winter Schneeschutz oder milde Winter. Die Samen sind Frost- und Lichtkeimer. Frauenmantel bilden auf gedüngten Wiesen oft Massenvorkommen. Diese raschwüchsigen Arten sind trittverträglich und können bei guter Wasserversorgung den zur Verfügung stehenden Stickstoff rasch verwerten. Dadurch sind sie auf diesen Standorten recht konkurrenzstark, besonders auf Geflügelweiden.

Der Name dieser Heilpflanze sagt schon viel über seine traditionelle Verwendung aus. Der Frauenmantel wurde schon seit Jahrhunderten bei „Frauenleiden“ eingesetzt. Ob bei Menstruationsbeschwerden, Probleme in den Wechseljahren oder Scheidenausfluss, Frauenmantel soll bei all diesen Leiden helfen und Linderung bringen. Gerade bei jungen Mädchen kann die Pflege der Scheide mit Frauenmanteltee ausflussregulierend wirken. Jedoch wurde diese Wirkung von wissenschaftlicher Seite nie bestätigt. Doch gerade nach der traditionellen Verwendung werden Frauenmantelheilmittel auch heute noch als Hausmittel bei „Frauenleiden“ eingesetzt. Und dies wie es heißt – auch erfolgreich.

Selbst bei verspannungsbedingten Kopfschmerzen und Migräne, Herzschwäche, Schlaflosigkeit, Erkältungskrankheiten, Zahnfleischentzündung, und Blutarmut soll diese Heilpflanze positive Wirkungen haben. Aber auch bei Magen und Darmproblemen, Durchfallerkrankungen, Rheuma, Schlaflosigkeit und als Wundheilmittel kann der Frauenmantel hilfreich sein.

Beim Frauenmantel werden alle mitteleuropäischen Arten als Volksarzneipflanzen und als Kult- bzw. Zauberpflanzen verwendet.

Inhaltstoffe und Chromosomen: Die Pflanzen sind reich an Gerbstoffen. Daneben wurden weitere Bitterstoffe sowie ätherische Öle nachgewiesen. Die Samen sind reich an fetten Ölen. In allen Pflanzenteilen kommen Calciumoxalat-Drusen vor.

Die Chromosomen bei Alchemilla sind sehr klein und zahlreich, was viele Zahlenangaben unsicher macht. Die in Mitteleuropa niedrigste gesicherte Chromosomenzahl ist 2n = 96. Die höchste Zahl in Mitteleuropa besitzt Alchemilla fissa mit 2n = 152. Alchemilla faeroensis hat 2n = 182–224. Bei der afrikanischen Alchemilla johnstonii (Sektion Geraniifoliae) wurde 2n = 32 ermittelt.

Als Chromosomengrundzahl wird vielfach x = 8 angegeben. Alle heutigen europäischen Arten sind hoch polyploid.

Zubereitung: Bei der Zubereitung von Heilmitteln werden die oberirdischen Teile des Frauenmantels gesammelt und können frisch oder getrocknet verwendet werden.

Anwendungsarten:

Teeaufguss: Vier Teelöffel Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser überbrühen und kurz ziehen lassen, abseihen, fertig ist der Frauenmanteltee: Weitere Informationen über Tee und Kräutertee Rezepte findet Ihr hier: Kräutertee

Gesichtswasser: Hier kann der Teeaufguss auch als Gesichtswasser verwendet werden, dies kann zur Behandlung von Gesichtsakne oder großporiger Haut verwendet werden.

Badezusatz: Das Frauenmantelbad kann ebenfalls zur Behandlung von großporiger Haut verwendet werden, 250 g getrocknetes Kraut, im Kaltansatz, über Nacht stehen lassen, aufkochen und dem Badewasser beigeben oder eine kleine Handvoll Blätter direkt ins Badewasser geben.

Kräuterauflage: Das Kraut mit dem Nudelholz quetschen und auflegen, mit einem Tuch oder einer Binde fixieren.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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