Heilkräuter

Gänsefingerkraut

Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)

Das Gänsefingerkraut gehört in die Familie der Rosengewächse. Weitere Namen der Pflanze sind Gänsewiß, Gränsel, Silberkraut oder Krampfkraut. Die Pflanze ist ca. 15 Zentimeter groß und ist mehrjährig. Die Blätter sind gestielt und vielfach gefedert. Die Blüten der Pflanze sind gelb und leuchten stark, sodass sie in der Umgebung auffallen. Außerdem sind sie zwittrig, haben also weder männliches noch weibliches Geschlecht. Die Blütezeit des Gewächses ist zwischen Mai und August angesiedelt. Ihre Blüte ist nur geöffnet, wenn sie unter voller Sonne steht. Das Gänsefingerkraut ist weit verbreitet. Auch findet man sie an Stellen, an denen noch keine anderen Pflanzen wachsen, da sie eine sogenannte Pionierpflanze ist. Bestäubt wird die Pflanze durch Insekten. Kurz vor dem Abblühen findet aber eine Selbstbestäubung statt. Auch erfolgt die Verbreitung häufig durch Zufall, wenn sich die Pollen zufällig an den Pfoten festsetzen. Die Pflanze bildet ganze Teppiche an Wiesen und Waldrändern. Auch auf Ackerflächen ist die Pflanze häufig zu finden. Sie brauchen nährstoffreiche Wiesen und Böden. Steiniger Untergrund oder schwere Lehmböden werden bevorzugt, weshalb gerade Ackerflächen ideal für das Kraut sind. Durch Verschleppung ist die Pflanze eine der weltweit am weitesten verbreiteten Gewächse überhaupt. Durch die hohe Toleranz gegenüber Salzen erschließt sich das Kraut in den letzten Jahren immer mehr neue Lebensräume wie Straßen und ähnliches. Das Gänsefingerkraut hat seinen Namen, da vor allem Gänse die Blume als Nahrung bevorzugen. Die Samen sind magensäureresistent und werden daher durch die Gänse weiter verbreitet.

In der Küche wird das Kraut nicht verwendet. Ihm wird vielmehr ein medizinischer Nutzen zugeschrieben. Medizinische Wirkungen waren schon früh bekannt. So hat der bekannte Pfarrer Kneipp bereits eine Anwendung mit dieser Pflanze entwickelt. Und auch in zahlreichen Büchern der Naturheilkunde wird sie schon früh beschrieben. Schriftstücke aus dem 15. Jahrhundert bezeugen ebenfalls das Wissen um die Wirkung der Pflanze. Man nimmt an, dass bereits die Naturvölker in Europa wie Germanen die Pflanze nutzten und ihr sogar magische Kräfte zuschrieben.

In Bezug auf ihre Wirkung ist vor allem eine krampflösende Wirkung auf die glatte Muskulatur im Vordergrund. Diese Muskulatur ist vor allem im vegetativen Nervensystem zu finden. Es wirkt also auf den Darm, die Atemmuskulatur, oder auch die Herztätigkeit. Auch die Gebärmutter gehört zu diesen Muskeln. Deswegen ist das Kraut gut gegen Menstruationsbeschwerden verwendbar.

Eine gute Wirkung wird dem Kraut vor allem bei Angina Pectoris bescheinigt. Bei der Herzenge kommt es oft zu einem Krampf, der durch das Kraut gelöst wird. Auch Husten kann mit dem Kraut gut behandelt werden. Zur Zubereitung der Tinkturen und Salben werden fast alle Teile der Pflanze verwendet. Auch die Wurzeln können zur Zubereitung verwendet werden. Die Inhaltsstoffe finden sich in diesen Teilen in hoher Konzentration. Die Wirkung der Pflanze verstärkt sich, wenn sie mit Minze gemischt wird.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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