Heilkräuter

Giersch (Aegopodium podagraria)

Giersch (Aegopodium podagraria)

Der Giersch ist ein Doldenblütler. Geißfuß, Ziegenkraut, und noch viele andere Begriffe stehen synonym für das Kraut, das auch der Familie der Aegopodien stammt und die einzige Pflanze der Familie ist, die in Europa als Wildpflanze wächst. In Amerika wurde das Kraut als Erstes eingeschleppt. Auch in einigen Teilen Asiens ist er durch die Waldverbindungen zwischen Europa und Asien verbreitet. Bei Gärtner zählt der Giersch als Unkraut. Deswegen ist er in den Gärten nicht zu finden. Allerdings lässt er sich nur schwer komplett aus den Gärten vertreibe. Schuld sind seine unterirdischen Triebe, die nach Beschädigung der Pflanze sofort in der Lage sind, ein weiteres Exemplar nachwachsen zu lassen. Bekämpft man ihn nicht, dann wuchert er sehr schnell und verdrängt die gewollten Pflanzen von ihrem Standort. Obwohl der Giersch als Unkraut behandelt wird, ist er doch sehr wohlschmeckend. Das Kraut wächst bis zu einer Höhe von 100 Zentimetern heran. Die Blätter sind eiförmig und gefiedert aufgebaut. Die Blüten sind in Dolden aufgebaut und besitzen bis zu 20 Dolden, auf denen kleine weiße Blüten sitzen. Im Juni und Juli ist hierbei die Blütezeit des Gierschs. Der Boden muss stickstoffhaltig sein. Außerdem benötigt er schattige und feuchte Gebüsche, die vorwiegend in den Wäldern zu finden sind.

In der Küche kann der Giersch sehr gut als Salat eingesetzt werden. Auch als Gemüsebeilage eignet sich das Kraut. Es ähnelt im Geschmack sehr stark dem Spinat und hat einen Hauch von Petersilie. Im Mittelalter war die Pflanze in den Gärten noch weit verbreitet. Dort wurde die Pflanze eigens zum Verzehr angebaut. Sie galt als Delikatesse und war vor allem durch ihre einfache Haltung beliebt. Auch in den Kriegsjahren war der Giersch eine beliebte Speisepflanze, da die Menschen sich im Notfall kaum um das Kraut kümmern mussten. Der Giersch kann sehr lange im Jahr geerntet werden. Benutzt werden aber vor allem die jungen Triebe, die auch in Aufstrichen und Suppen ihren Geschmack entfalten. Aufläufe und vor allem Tee können auch aus den älteren Blättern zubereitet werden. Die Stiele sollten vor dem Kochen entfernt werden. Gekocht wird der Giersch wie der gewöhnliche Spinat. Die Pflanze eignet sich auch hervorragend als Futter für Nagetiere und andere Kleintiere.


Giersch - Wirkung, Verwendung

Schon im Mittelalter war die Heilwirkung der Pflanze bekannt und wurde überall in Europa verwendet. Das Kraut soll entkrampfend, blutreinigend und entgiftend wirken. Außerdem war es über lange Zeit eines der wenigen Mittel, die gegen die damaligen Volkskrankheiten halfen, wie beispielsweise Rheuma, Arthritis und Gicht. Auch heute noch verwendet die Naturheilkunde das Kraut bei den gleichen Indikationen wie im Mittelalter. Durch den hohen Gehalt an Vitamin C ist es aber auch gegen Erkältungen sehr gut einsetzbar.

 

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Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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