Heilkräuter

Kanadisches Berufkraut (Conyza canadensis)

Kanadisches Berufkraut  (Conyza canadensis)

Das kanadische Berufkraut gehört in die Familie der Korbblütler. Sie wird auch Katzenschweif genannt und erreicht eine Wuchshöhe von ungefähr 100 Zentimeter. An sehr guten Standorten kann die Pflanze wesentlich höher werden. Der Stängel verzweigt sich am Blütenstand, und die Blätter sind locker am Stiel angeordnet. Die Blüten stehen in lockeren Rispen und sind knapp einen halben Zentimeter groß mit einer lockeren Anordnung mehrerer Einzelblüten. Die Blüten an sich sind klein. Sie fallen kaum auf und haben eine weiße oder grünliche Farbe. Die Blütezeit in Europa ist Juli bis Oktober. Die Wurzel reicht bis über einen Meter in die Erde, wodurch die Pflanze ständig mit Wasser versorgt ist. Außerdem ist die Entfernung des Krautes nicht ganz einfach.
 
Ursprünglich kam das Kraut aus Amerika und Kanada. Erst im 17. Jahrhundert wurde es in Europa eingeführt. Von da an gab es auch bei uns wilde Vertreter dieser Pflanze. Die Pflanze breitete sich rasch aus, sodass sie bereits im 18. Jahrhundert überall in Mitteleuropa auffindbar war. Die Pflanze konnte sich aufgrund ihrer Ansprüche so schnell ausbreiten. Sie gedeiht auf Schuttplätzen, Wegen, Dämmen, Brachen und verbrannte Waldflächen, die sehr mit Stickstoff angereichert sind. Sie benötigt allerdings viel Wärme und Licht. Aus diesem Grund ist eine weitere Ausbreitung in den Norden nicht möglich.

Über die Fortpflanzung der Blume ist nicht viel bekannt. Die gängigste Theorie ist, dass sie sich selbst befruchtet. Ihre Samen lässt sie mit dem Wind treiben, wobei sie einem kleinen Fallschirm ähnlich sind. Pro Samenflug und Pflanze werden über 25000 Samen verteilt, was die rasche und umfangreiche Ausbreitung der Pflanze im 17. Jahrhundert erklärt.

Als Nahrungsmittel hat die Pflanze in unseren Breiten noch nie eine große gespielt. Allerdings gibt es einige Menschen, die die Pflanze vor allem in Milchprodukten verwenden. Sie hat einen salzigen und bitteren Geschmack. Deshalb eignet sie sich gut für die Herstellung von Kräuterbutter oder als Kräutersalz. Auch die Verwendung in einer Gewürzmischung ist möglich. Doch sollte von dem Kraut nicht viel hinzugegeben werden, da sie einen sehr intensiven Geschmack hat, der alle anderen Gewürze schnell in den Hintergrund drückt.

Weitgehend unbekannt ist die Pflanze auch in Bezug auf ihre Heilwirkung. In seiner ursprünglichen Heimat wurde das Kraut vor allem zur Blutstillung verwendet. Aber auch Durchfallerkrankungen und andere Magen-Darm-Probleme wurden mit dem Kraut behandelt. Die Anwendung der Pflanze funktioniert hierbei mittels eines Tees. Anstelle des Tees ist es auch möglich, eine Tinktur zu verwenden. In früheren Zeiten wurde das Kraut gegen Typhus verwendet. Ob die Wirkung tatsächlich überzeugend war, ist nicht sicher überliefert.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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