Heilkräuter

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Das Echte Lungenkraut, auch Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) genannt, gehört zur Gattung der Halbschattengewächse. Diese Art von Gewächsen verträgt keine direkte Sonneneinstrahlung oder zu viel Schatten. Deshalb wächst diese krautartige Pflanze meist in Gruppen bevorzugt in eher spärlich bewachsenen Laubwäldern und an Waldrändern Mitteleuropas. Aufgrund der Lichtverhältnisse und der feuchten, kalkhaltigen Erde gedeiht das Lungenkraut dort besonders gut. Die mehrjährige ausdauernde Pflanze wird bis zu zwanzig Zentimeter hoch und verfügt über gelbgrüne Blätter, die von vielen weißen, deutlich erkennbaren Flecken übersät sind. Sie sind herz- bzw. eiförmig und an der Oberseite mit winzigen Haaren versehen. Die Blätter werden in den Monaten Juni und Juli eingesammelt.

Die Blüten des Lungenkrauts wechseln ihre Farbe, je nachdem wie alt diese sind. Junge Blüten haben eine rötliche Färbung, während ältere eher bläulich sind. Die Blütezeit ist von März bis Mai, also drei Monate. Die Blütenbüschel befinden sich an der Spitze der Pflanze und werden gern von Insekten besucht und bestäubt. Die Verbreitung der Samen findet unter anderem durch Ameisen statt. Der Farbwechsel der Blüten hängt mit der Zellsaftreaktion zusammen. Das Milieu in den Knospen ist anfangs sauer, nach der Bestäubung jedoch neutral bis leicht alkalisch.

Die aus dem 16. Jahrhundert stammende Signaturlehre besagt, dass es für jedes Leiden ein Heilmittel aus der Natur gibt und dass dieses durch ähnlich verwandtes Aussehen zu bestimmten Körperregionen erkannt werden kann. Die weiß gefleckten Blätter erinnern tatsächlich an den Aufbau der menschlichen Lunge und somit hat sich der Gebrauch dieses Krautes in der Heilkunde etabliert. Anders als gedacht wirkt das Lungenkraut jedoch nicht Lungenbeschwerden entgegen, sondern wirkt entgegen Erkrankungen der oberen Luftwege.

Durch die in der Pflanze enthaltene Kieselsäure und dem Schleim wirkt das Kraut lindernd auf Reizhusten und Entzündungen der Luftröhre. In der Volksheilkunde hat es auf Grund der schleimlösenden Eigenschaft einen hohen Stellenwert und wird häufig angewendet. Äußerlich heilt es Wunden, hauptsächlich wird es jedoch in Form von Tee getrunken. Dabei wird das gesamte Kraut verwendet oder als Mischtee mit verschiedenen anderen Kräutern aufgesetzt. Für einen reinen Lungenkraut-Tee lässt man circa zwei Teelöffel Lungenkraut für etwa zehn Minuten ziehen. Drei Tassen täglich schaffen Abhilfe bei Bronchitis, Heiserkeit, oder Erkältungen. In Pulverform können getrocknete Pflanzenteile mit lauwarmer Milch vermischt eingenommen werden oder auf vorher gereinigte Wunden aufgetragen werden. Die Dauer der Anwendung sollte sechs Wochen nicht überschreiten, da ansonsten die Wirksamkeit dieser Pflanze nachlässt und Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen sind. Legt man zwischendurch Pausen ein, kann die Therapie für weitere sechs Wochen wieder aufgenommen werden.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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