Majoran - Wirkung, Verwendung
| Heilkräuter |
Majoran (Origanum majorana)
Jede Hausfrau kennt diese wunderbare Pflanze, die gerade in der Küche vielen Speisen den letzten Schliff gibt. Gerade bei deftigen Gerichten wird Majoran zum Würzen verwendet. Was vielleicht nicht jeder weiß, hilft Majoran auch bei der Verdauung schwerer Speisen und es stärkt obendrein zusätzlich die Verdauungsorgane.
Majoran gehört in der Pflanzenwelt zur Familie der Lippenblütler. Seltenst wächst diese einjährige Gewürzpflanze wild, sondern wird kultiviert angebaut. Die Pflanze sollte vor der eigentlichen Blütezeit geerntet werden, also vor den Monaten Juni bis einschließlich September. Majoran bevorzugt sonnige Standorte und sollte als einjährige Pflanze angebaut werden. Es gibt bei uns in Deutschland auch winterharte Pflanzen, diese haben aber nicht einen ganz so aromatischen Geschmack, wie einjähriger Majoran.
In Deutschland gehört diese Pflanze mittlerweile, nebst der Petersilie, zu den beliebtesten Gewürzpflanzen unserer landesüblichen Küche. Besonders gut lässt sich Majoran, durch seinen hohen Anteil an ätherischen Ölen, z. B. zum Würzen von deftigen Kartoffelgerichten oder Suppen, wie Kartoffelsuppen, verwenden. Auch Soßen und Hülsenfrüchte, als Beilage zu Hauptgerichten, lassen sich mit Majoran perfekt abschmecken.
Aber diese Lippenblütlerpflanze ist nicht nur in der Küche als Würzmittel zu gebrauchen, sondern kann uns auch bei manchen körperlichen Beschwerden hilfreich sein. Majoran hilft, z. B. bei Erkältungen, als heißer Wickel. Ebenso kann es Kopfschmerzen lindern, hilft bei Schnupfen und Blähungen des Unterleibes und kann als Salbe aufgetragen auch die Hautheilung fördern.
Die Heilwirkung von Majoran ist also wissenschaftlich nachgewiesen durch seine ätherischen Öle, Gerbstoffe, Gerbsäure, Arbutin, Vitamin C, Zink, Menthol, Thymol, Terpinolene, Saponine, Borneol, Geraniol, Eugenol, Bitterstoffe und Oleanolsäure.
Die Pflanze kann uns bei körperlichem Unwohlsein sehr helfen. Anbei seien nur einige genannt: harntreibend bei Blasenbeschwerden, krampflösend bei Problemen des Magen-Darmtraktes und Koliken, schleimlösend bei Husten, Keuchhusten und Asthma, beruhigend, bei Reizdarm, Gicht und Rheuma. Die antibakterielle Wirkung zeigt sich besonders bei schlecht heilenden Wunden, Krampfadern und chronischem Schnupfen.
Für die Zubereitung im Gesundheitsfall nimmt man 2 Teelöffel Majoran und lässt diesen 10 Minuten im kochenden Wasser ziehen. Danach kann man diesen Aufsatz durch ein Teesieb gießen und trinken. Äußerlich angewandt verfährt man ebenso und nimmt allerdings nach nur 5 Minuten Brühzeit nur den ausgepressten Majoransatz zur Verwendung (Halswickel oder auf Hautkrankheiten aufgetragen).
Diese Gewürzpflanze sollte also auch als altes Hausmittel in unserem Arzneischrank seinen angestammten Platz haben. Warum sollten wir unserem Kleinkind, z.B. bei starkem Husten, sofort ein starkes Medikament verabreichen, wenn der heiße Halswickel aus aufgebrühtem, abgeseihtem Majoran, eingewickelt in ein feuchtes Geschirrtuch, in den meisten Fällen weitaus besser hilft.
Majoran wird heute in vielen Varianten im Handel angeboten. Wir können ihn frisch als einjährigen Setzling für unseren Gemüsegarten kaufen, getrocknet oder gerebelt im Einkaufsmarkt oder Reformhaus erwerben.