Heilkräuter

Mistel (Viscum)

Mistel (Viscum)

Misteln gehören zu der Familie der Sandelholzgewächse. Misteln sind sogenannte Halbschmarotzer. So nennt man parasitische Pflanzen, die ihren Wirten durch spezielle Saugorgane Wasser und auch Nährstoffe entziehen. Anders als sogenannte Vollschmarotzer, beherrschen sie noch die Fotosynthese und können die erlangten Nährstoffe zu Kohlenstoffverbindungen verarbeiten. Die Misteln wachsen auf Bäumen und Sträuchern, wobei sich ihre 20 cm langen Zweige meist gegabelt weiter verzweigen.

Die Blüten sind männlich oder weiblich, recht unscheinbar, können eine Größe von 1 bis 3 mm im Durchmesser erlangen und sind grünlich gelb. Sie werden durch Insekten bestäubt und durch die Befruchtung bilden sich weiße oder gelbe Beerenartige Früchte, die je nach Reifegrad auch rötlich werden können. Im inneren befinden sich mehrere Samen, die von einem recht klebrigen Saft umgeben sind. Vögel breiten nach Fressen des Fruchtfleisches diese Samen aus, indem sie die klebrigen Samen an Bäumen und Pflanzen abstreifen oder die Samen wieder unverdaut ausscheiden.

Wachsen tun die Misteln weltweit in den subtropischen, tropischen und gemäßigten Zonen. Gerne siedelt sich die Mistel in Flusstälern an, wo die Luftfeuchtigkeit höher ist. Bis zu einer Höhe von 1200 Metern gedeihen die Misteln. Es solle eine sehr große Anzahl an verschiedenen Mistelarten geben, die Zahl beläuft sich aber je nach Quelle in einem Bereich von 60 bis 500 Arten. In vorwiegend sehr trockenen Sommern bilden die Schmarotzer die meisten Blüten, wodurch im Herbst und Winter, also in der Zeit der generellen Mistelernte, die meisten Beeren zur Ernte da sind. In eher feuchten und regnerischen Sommern werden dementsprechend nur sehr wenige Beeren gebildet.

Die Misteln enthalten vor allem in ihren Blättern und Stängeln Viscotoxin und Viscumin. Der Giftanteil richtet sich nach dem Wirt. Am wenigsten Giftstoffe enthalten Misteln, die auf Apfelbäumen wachsen. Misteln die auf Pappeln, Robinie, Walnuss, Linde und Ahorn wachsen, besitzen einen besonders hohen Giftgehalt. Das Gift kann bei kleinen Kindern zu Magen- und Darmbeschwerden hervorrufen, für Pferde, Hunde, Katzen, Nager und Vögel sind Misteln giftig. Eine Vergiftung zeigt sich durch erschwertes Atmen, Speichelfluss und Magen- und Darmbeschwerden. Bei erwachsenen Menschen werden Misteln zur Unterstützung des Blutdrucks eingesetzt und teilweise auch in der alternativen Krebstherapie. Auch bei geschwächtem Herzmuskel und in der Homöopathie werden Misteln manchmal eingesetzt.

Besonders beliebt sind die Misteln in der Weihnachtszeit in der USA, in Wohnungen werden Mistelzweige aufgehängt und wenn man sich unter einem küsst, sagt der Brauch eine lage und glückliche Beziehung vorher. Auch bekannt wurden die Misteln durch die Asterix-Comics. Hier waren die Misteln ein Bestandteil des von dem Druiden Miraculix gebrauten magischen Zaubertranks. Der Brauch Mistel mit goldenen Sicheln zu schneiden beruht allerdings auf der Wahrheit und ist keine Erfindung der Autoren.

 

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Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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