Heilkräuter

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

 

Rosmarin ist eine wild wachsende Pflanze. Man findet sie in den Mittelmeerländern. Von dort fand sie auch den Weg in unsere Gärten.

 

Der wissenschaftliche Name lautet Rosmarinus officinalis. Aus botanischer Sicht gehört Rosmarin zu den Lippenblütlern. Seine nadelförmigen Blätter haben einen starken aromatischen Geruch. Im Frühjahr bekommt die Heilpflanze ihre blauen Blüten. Unmittelbar zur Blütezeit werden seine Blätter gesammelt und weiterverarbeitet.

Die Nutzung von Rosmarin als Heilpflanze geht schon Jahrhunderte zurück.

 

Gemeinsam mit vielen anderen Heilkräutern und Heilpflanzen fand Rosmarin seinen Weg über die klösterlichen Kräutergärten in unsere Breiten. Die klösterlichen Kräutergärten gelten zweifellos auch als Vorgänger der späteren Apotheken.

 

Rosmarin wurde bereits im Jahre 820 im Sankt Gallener Klosterplan erwähnt. Darin sind 16 Beete eingezeichnet, die für jeweils eine herausragende Heilpflanze vorgesehen war. Rosmarin erhielt seinen wohlverdienten Platz neben Lilie, Salbei, Gartenraute, Rose, Minze, Kümmel, Liebstöckel, Fenchel, Pfefferminze, Bockshornklee, Bohne, Bitterwurz, Bohnenkraut, Bergminze und Gladiolus.

 

Doch auch schon viel früher, in der griechischen Antike, kam Rosmarin zu besonderen Ehren. Dort bekränzte man die Statuen der Götter mit Rosmarin. Geweiht wurde er Aphrodite, der Göttin der Schönheit und Liebe. Deshalb wird bis in die heutige Zeit Rosmarin in viele Hochzeitsbräuche einbezogen. Rosmarin und Myrte gelten als Sinnbild der Jungfräulichkeit. In Mitteleuropa benutzt man den Rosmarinzweig als Grün der hoffenden Liebe. Auch als Liebesbeweis wird er weitergegeben.

Der ganz spezielle Hochzeitsbrauch sieht vor, dass die Brautleute einen Rosmarinzweig in die Erde stecken. Wächst er an, so ist das ein Zeichen dafür, dass es eine glückliche Ehe wird und auch der Kindersegen unter einem guten Stern steht.

Rosmarin ist aber eben auch eine Heilpflanze und wird als diese bis heute eingesetzt. Äußerlich wendet man Rosmarin als Salbe oder alkoholischen Auszug an. Bei Rheuma und Nervenschmerzen bringen seine hautreizenden, durchblutungsfördernden und entzündungshemmenden Eigenschaften Linderung. Allgemein wird dem Rosmarin eine anregende und belebende Wirkung zugesprochen, sodass er vor allem nach schwerer Krankheit, aber auch im Alter seinen Einsatz findet.

Man kann aus seinen Blättern einen Sud herstellen, der als Zusatz zum Badewasser gegeben wird. So ein Rosmarinbad gilt als sehr belebend. Damit fand Rosmarin auch bald den Weg in die Parfüm- und Kosmetikindustrie.

 

Täglich 2 Tassen Rosmarin Tee, ebenfalls aus den Blättern hergestellt, fördern Herzkraft und Durchblutung.

 

Doch auch als Gewürz hat sich Rosmarin einen Namen gemacht. Vor allem die italienische Küche zeichnet sich durch das Würzen mit Rosmarin aus. In der Küche kommen auch die blauen Blüten des Rosmarins zum Einsatz. Geeignet sind sie für die Herstellung von Salaten.

 

All dies war auch dem deutschen Arzt und Botaniker, Jacobus Theodorus Tabernaemontanus bekannt. Er lebte zwischen 1522 bis 1590 und arbeitete sein ganzes Leben lang an einem neuen Kräuterbuch. Das hob sich durch eine Vielzahl von Abbildungen und trefflicheren Beschreibungen der Kräuter von seinen Vorgängern ab. Über Rosmarin schrieb er, dass er in die Küchen gehört, Keller und Apotheken, Speisen und Getränke mit Rosmarin zubereitet werden sollten, dass er lieblich und wohlschmeckend ist.

 

Tags:

Kraeuter Welt Suche

„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

Newsletter

Bleibe ständig auf dem Laufenden. Wir schicken dir eine E-Mail sobald es was Neues gibt.

Please publish modules in offcanvas position.