Heilkräuter

Die Top 10 der beliebtesten Heilpflanzen

Es gab Zeiten, da waren chemisch erzeugte Medikamente noch unbekannt. Fühlten sich unsere Vorfahren krank, dann wussten sie sich mit den unterschiedlichsten Kräutern zu helfen. Tatsächlich haben es viele Pflanzen im wahrsten Sinne des Wortes in sich. Und auch heute noch greifen viele Menschen lieber auf die altbewährten Hausmittel zurück, als vorschnell zur chemischen Keule zu greifen. Wie ein altes Sprichwort sagt, ist für jedes Zipperlein ein Kraut gewachsen. Hier stellen wir Ihnen zehn der beliebtesten Heilpflanzen vor.

1.) Die Pfefferminze - Eines der häufigst verwendeten Heilkräuter

Pfefferminze

Es gibt kaum einen Menschen, der sie noch nie gegessen, getrunken oder gerochen hat. Die Pfefferminze ist nicht nur in vielen Bonbons, Kosmetikartikeln und Kaugummis enthalten, sie ist auch eines unserer wichtigsten Heilkräuter. Ihre heilende Kraft verdankt die Minze den in ihr enthaltenen ätherischen Ölen. Die Pflanze findet traditionell bei Erkältungskrankheiten Verwendung, denn sie befreit vor allem bei hartnäckigem Schnupfen die Atemwege und erleichtert somit das Durchatmen. Die Minze findet sich deshalb oft in Hustenbonbons und Dragees. Darüber hinaus sind auch Nasensprays mit den ätherischen Minzölen auf dem Markt erhältlich. Am bekanntesten ist die Zubereitung als Tee, der aus den getrockneten Blättern hergestellt wird. Viele Menschen schätzen den Pfefferminztee aber auch wegen seines erfrischenden Geschmacks.

2.) Die Kamille - Der Klassiker unter den Heilkräutern

Kamille

Die Echte Kamille ist eine etwa 10 bis 55 Zentimeter hohe Pflanze, die durch ihre charakteristischen weißen Blütenblätter und die große gelbe Blüte auffällt. Sie können die Echte Kamille auch am typischen Geruch erkennen, wenn Sie die Blätter oder die Blüte leicht mit dem Finger reiben. Die ähnlich aussehende Hundskamille besitzt kein derart intensives Aroma.

Die auf unseren heimischen Äckern und auch auf Ödland anzutreffende Pflanze enthält neben ätherischen Ölen diverse Bitterstoffe, Cumarin und Azulen. Die speziellen Inhaltsstoffe der Kamille wirken krampflösend, beruhigend und vor allem entzündungshemmend. Daher wird die Kamille nicht nur als Tinktur äußerlich bei Entzündungen angewandt, sondern auch als Tee zubereitet, erfahren Sie mehr: Kamillentee. Darüber hinaus hilft die Kamille bei Nieren- und Gallenkoliken, bei Magen-Darm-Erkrankungen und Menstruationsbeschwerden.

3.) Der Spitzwegerich - Ein unscheinbares Kraut mit starker Wirkung

Spitzwegerich

Der Spitzwegerich ist ein etwa 20 bis 30 Zentimeter großes, selten auch bis zu einem halben Meter hohes Kraut, das nahezu überall auf den Wiesen und an den Wegrändern zu finden ist. Die Pflanze ist an ihren wattestäbchenförmigen, graubraunen Blüten und ihren lanzettartigen Blättern sehr schnell zu erkennen.

Der Spitzwegerich enthält neben Schleim auch Gerbstoffe, das bittere Glycosid Aucubin und Saponine. Seine stark schleimlösende Wirkung wird vor allem bei zähem Husten sehr geschätzt. Darüber hinaus hilft der Spitzwegerich auch bei Verdauungsstörungen, Blutungen und Wurmkrankheiten. Die Zubereitungsmöglichkeiten gestalten sich sehr vielfältig. So kann die Pflanze als Tee (Spitzwegerichtee), als Presssaft und als Bestandteil von Hustensäften eingenommen werden.

4.) Der Weißdorn – Gut fürs Herz

Weißdorn

Der Weißdorn ist ein drei bis sechs Meter hoher Strauch, der an seinen dornigen Zweigen und den charakteristischen roten Beeren erkennbar ist. Die in Trauben hängenden Früchte besitzen ein gelbliches, mehliges Fruchtfleisch. Der Weißdorn lebt in lichten Wäldern, in Gebüschen und an Feldrändern.

In der Pflanze sind ätherische Öle, Saponine, Crataegussäure, Trimethylamin und herzwirksame Glycoside enthalten. Der Weißdorn entfaltet eine beruhigende und blutdruckregulierende Wirkung und hilft daher bei Nervosität und Herzbeschwerden. Neben der Zubereitung als Tee gibt es die Pflanze auch als Tablette.

5.) Die Mistel – Ein nützlicher Baumschmarotzer

Mistel

Die Mistel ist ein Baumschmarotzer, der in der Regel erst im Winter, nach dem Laubabwurf, an seiner kugeligen Form auffällt. Die Pflanze wächst in den Baumkronen und wurzelt demnach nicht in der Erde. Die länglichen ovalen, grünen Blätter besitzen eine ledrige Oberfläche. Charakteristisch sind die weißen, klebrigen, etwa beerengroßen Früchte. Die Mistel enthält verschiedene Cholinverbindungen, Alkaloide, Bitterstoffe und Saponine. Der Pflanze wird eine tumorhemmende Wirkung nachgesagt. Außerdem reguliert die Mistel, entweder als Tee, Aufguss oder in Tablettenform eingenommen, den Blutdruck und hilft bei Kreislaufstörungen, Arterienverkalkung, Blähungen, Menstruationsstörungen und Venenleiden. Der Misteltee wird über Nacht kalt angesetzt und am nächsten Tag schluckweise getrunken.

Die Heilkraft der Mittel war bereits den Kelten bekannt. Die Pflanzen wurden von den Druiden im Rahmen eines feierlichen Aktes mit der Sichel geerntet.

6.) Die Brennnessel – Besser als ihr Ruf

Brennnessel

Die Brennnessel tut bei Berührung nicht nur weh, sie hat auch ihre angenehmen Seiten. Das bis zu 1,50 Meter hohe Gewächs gedeiht an Hecken, Zäunen, auf Auen und auf Brachland und bevorzugt dort stickstoffhaltigen Boden. Die Brennnessel ist besonders reich an Kieselsäure, den Vitaminen A und C sowie an mineralischen Spurenelementen.

Als Brennesseltee oder Aufguss hilft die Pflanze bei Wassersucht, Ekzemen, Blasen- und Nierenleiden sowie bei Blutarmut und anderen Mangelerkrankungen. Aus der jungen Pflanze lassen sich auch Gemüse und Presssäfte herstellen. Die Brennnessel dient auch der Veredelung von Käse.

7.) Der Sanddorn - Auch als Marmelade köstlich

Sanddorn

Der Sanddorn ist ein bis zu sechs Meter hoher Strauch, der feuchten bis trockenen Kiesboden, Flussschotter und Sanddünen als Lebensreum bevorzugt. Deshalb fühlt sich der Sanddorn vor allem an der Ostseeküste, zum Beispiel auf der Insel Rügen, ausgesprochen wohl.

Von August bis September reifen die orangefarbenen, eiförmigen, herb-sauer schmeckenden Beeren. Die Früchte enthalten besonders viel Vitamin C und Provitamin A sowie organische Säuren. Sanddornsaft hilft bei Frühjahrsmüdigkeit, Rekonvaleszenz und bei Zahnfleischbluten. Außerdem beugt der Verzehr einer Vitamin-C-Mangelerkrankung vor und ist daher vor allem schwangeren und stillenden Frauen sehr zu empfehlen. Den Sanddorn gibt es außerdem auch als Marmelade. Der Sanddorn ist nicht nur heilsam, sondern schmeckt auch ausgesprochen gut.

8.) Das Johanniskraut - Ein Kraut mit vielen Wirkungen

Johanniskraut

Das Johanniskraut wird bis zu einem Meter hoch und wächst in lichten Wäldern, an Felsen und in Gebüschen. Die Pflanze ist an den vielen gelben Blüten sehr leicht erkennen. Die Blüten befinden sich am oberen Ende des Krauts.

Im Johanniskraut sind neben Gerbstoffen auch ätherische Öle, Harz, Flavonoide sowie der rote Farbstoff Hypericin enthalten. Der Johanniskrauttee wirkt krampflösend, zusammenziehend, schmerzstillend und beruhigend. Traditionell wird das Johanniskraut bei Durchfall, Verdauungsstörungen und Gebärmutterkrämpfen angewandt. Das Öl der Pflanze kann auf frische Wunden, Quetschungen und Verbrennungen aufgetragen werden. Außerdem gibt es das Johanniskrautextrakt auch in Dragee-Form.

9.) Der Baldrian – Beruhigt und fördert den Schlaf

Baldrian

Der Echte Baldrian erreicht eine Höhe von etwa einem Meter. Die doldenartig angeordneten, hellrot-lila bis weißen Blüten erinnern ein wenig an eine Schafgarbe. Der Baldrian liebt feuchte Wiesen, Schluchten, Auen und Ufergebüsch. Er enthält ätherische Öle, Gerbsäure, Alkaloide und Polysaccharide. Die Inhaltsstoffe helfen bei Schlaflosigkeit, Verdauungsstörungen und nervöser Unruhe, sie wirken beruhigend und entkrampfend. Der Tee wird kalt angesetzt und nach einer etwa achtstündigen Ruhe getrunken.

Bei Schlaflosigkeit werden etwa zwei bis drei Tassen pro Tag empfohlen, erfahren Sie mejr: Baldriantee. Darüber hinaus kommt auch das Öl der Pflanze zur Anwendung, unter anderem in Tabletten und Heilsäften. Da Katzen den typischen Geruch des Baldrians nicht mögen, wird das Kraut des Weiteren zur Abwehr dieser Tiere verwendet.

10.) Der Huflattich – Gut bei Husten und Heiserkeit

Huflattich

Der Huflattich ist eine heimische Pflanze, die sich anhand ihrer gelben, feingefiederten Blüten sehr leicht identifizieren lässt. Die Blütezeit ist von März bis April. Die im Extremfall bis zu 30 Zentimeter großen Grundblätter besitzen in etwa die Form eines Hufeisens. Dieser Tatsache verdankt der Huflattich auch seinen Namen.

Die Pflanze bevorzugt feuchte und lehmige Hänge, zum Beispiel Feldwege und Bahndämme. Die Blüten enthalten Inulin, Gerbstoff und Schleim. Die Blätter enthalten darüber hinaus noch einen Bitterstoff sowie Vitamin C. Huflattich-Tee wirkt starkt schleimlösend und hilft daher bei Husten, Bronchitis, Heiserkeit und Asthma.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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