Heilkräuter

Ysop (Hyssopus officinalis)

Ysop (Hyssopus officinalis)

Der Ysop ist eine Pflanze mit heilender Wirkung, eine Heilpflanze. Aus botanischer Sicht gehört er zu den Lippenblütlern. Sein wissenschaftlicher Name lautet Hyssopus officinalis. Spätestens an dieser Stelle meint man, Ysop nicht zu kennen. Das liegt daran, dass er hierzulande noch unter einigen anderen Synonymen bekannt ist. Bienenkraut, Gewürzysop, Klosterysop, Ispenkraut, Josefskraut und Eisenkraut sind nur einige davon.

In unseren Breiten hat sich Ysop vor allem unter dem Begriff Eisenkraut einen Namen gemacht. Bei Eisenkraut denkt ein jeder sofort an die dunkelblauen Blüten, die in Scheinähren heranwachsen, einen vierkantigen Stängel haben und längliche kleine Blätter. Im kultivierten Garten dient der Ysop vorrangig zur Zierde. Bei schönem Wetter bieten die dunkelblauen Blüten den Hummeln und Schmetterlingen einen Tummelplatz. Da Ysop sehr pflegeleicht ist, wird er dem Lavendel gern als Rosenbegleiter vorgezogen.

Ysop hat bereits schon vor vielen Hundert Jahren seinen Platz als Heilpflanze behauptet.

Im Alten Testament gilt er als reinigend und desinfizierend. Diese desinfizierende Wirkung beruht darin, dass auf den Blättern des Ysops ein Pilz aus der Gattung Penicillum wächst, der für die heilende Wirkung von Ysop-Bädern verantwortlich gemacht wird. Die Bäder wurden seinerzeit zur Heilung von Lepra eingesetzt. Auch bei den Römern kam Ysop zum Einsatz. Dort wurde das allseits bekannte Heilmittel zum Würzen des Weines genutzt.

Ysop nennt man auch gerne Klosterysop und so ist er bekannt. Der Begriff führt zurück auf den Benediktinerorden, durch den der Ysop nach Mitteleuropa gelangte. Benedikt von Nursia legte mit seinen Ordensregeln auch gleichzeitig den Grundstein für die spätere Klostermedizin. Der Sorge für die Kranken kam eine besondere Bedeutung zu. Unweigerlich mussten sich die Mönche mit den Eigenschaften der Kräuter und den Mischungen der Arzneien beschäftigen. Zum wichtigsten Studienmaterial wurde damals die „Materia medica“ des griechischen Arztes Dioskurides aus dem 1. Jahrhundert nach Christi. Die „Materia medica“ ist die erste illustrierte Kräuterkunde. So wurde erreicht, dass durch die Klöster das antike Wissen wieder auflebte.

Ysop stammt ursprünglich aus Kleinasien, Iran, dem Schwarzmeergebiet und dem Mittelmeergebiet, die Vorkommen in unseren Gefilden sind kultiviert. Das erfolgte schon zu Zeiten der Klostergärten. Hier versuchte man, teuer importierte Heilpflanzen in kalten Gegenden zu kultivieren.

Ysop ist mehrjährig nutzbar und überlebt milde Winter im Freien.

Vom Ysop werden nur die oberirdischen Teile verwandt. Sie werden während der Blütezeit gesammelt und dann getrocknet.

Ysop Wirkungen

Ysop wirkt verdauungsfördernd, krampflösend und schleimlösend. Deshalb nutzt man diese Heilpflanze zur Behandlung von Husten, Bluthochdruck, Asthma, Menstruationsbeschwerden und zur Narbenbehandlung. Ysop kann man innerlich und äußerlich anwenden.

Als Tee oder Weintinktur wirkt er innerlich gegen Verdauungsbeschwerden und Husten. Äußerlich wendet man das Kraut zur Reinigung von Wunden und der Mundhöhle an. Weitere Informationen zum Ysop-Tee finden Sie hier: Ysop-Tee

Durch Wasserdampfdestillation wird ein ätherisches heilpflanzen/heilkraeuter-rezepte/oel-herstellen.htmlÖl gewonnen, das zur Behandlung von Atemwegserkrankungen genutzt wird. Als Nebenwirkung des Ysopöls können jedoch bei falscher Dosierung Krampfanfälle auftreten. Dem Ysopöl wird aber auch zugesprochen, dass es ein starkes geistiges Reinigungsöl ist, das Klarheit bringt. Weiterhin nutzt man Ysopöl zur Herstellung von Parfüm und Badezusätzen.

Auch als Gewürz ist Ysop sehr beliebt. Der sehr intensive Geschmack macht Salate und Soßen würzig. Die vielseitige Anwendung von Heilpflanzen und Heilkräutern basiert auf Überlieferung und langjähriger Erfahrung.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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