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Kräuter Lexikon » B wie Brennessel » Beifuss (Artemisia vulgaris)

Beifuss (Artemisia vulgaris)

B wie Brennessel

Beifuss (Artemisia vulgaris)

Der Beifuss gehört in die Familie der Korbblütler. Die Hauptverbreitung der Pflanze ist in den gemäßigten Zonen der nördlichen Halbkugel. Der Beifuss wird in Deutschland als Gewürzpflanze kultiviert angebaut. Für die Pflanze kursieren verschiedene Bezeichnungen wie Besen-, Fliegen-, Gänse-, Johannesgürtel-, Jungfern-, Sonnen- und Weiberkraut. Die Pflanze erreicht eine Höhe von 60 Zentimetern bis zu zwei Meter. Der Blütenstand ist rispenartig, die in körbchenartigen Blütenständen dicht nebeneinanderstehen. Die Pflanze hat eine grüne Blüte und ist an der Unterseite grau-weiß behaart. Die Blütezeit ist von Juli bis September. Die Pflanze kommt vor allem auf nährstoffreichen Böden vor und wächst daher auch wild auf Ackerflächen. Die Pflanze tritt sehr oft in Gruppen auf. Daher bildet sie in vielen Gegenden große Sträucher, die von den gängigen Gehölzen kaum zu unterscheiden sind. Die Pflanze fällt hierbei, bedingt durch ihre Blüte in der Umgebung kaum auf und wird von Fußgängern kaum beachtet.

Obwohl die Pflanze in Deutschland nicht heimisch ist, weiß niemand, wo das ursprüngliche Verbreitungsgebiet lag. Sicher ist jedoch, dass die Pflanze bereits im 18. Jahrhundert in Deutschland heimisch war, da der Name Beifuss aus dem Altdeutschen abgeleitet ist.

Solange die Blüten noch geschlossen sind, werden die Triebspitzen abgeschnitten und können dadurch in der Küche als Würzmittel verwendet werden. Sind die Triebe geöffnet, dann entfaltet die Pflanze einen bitteren Geschmack. Benutzt wird die Pflanze vor allem zu fetten Gerichten, wie Schweinefleisch. Auch zur Würzung von Kartoffelsuppe und zur Zubereitung von fettem Geflügel wie Gans, Ente und auch zu Wild wird das Gewürz verwendet. Hierzu wird die Pflanze geerntet und getrocknet. Im trockenen Zustand wird sie schließlich zu einem Pulver vermahlen und in kleinen Tüten oder Spendern als Gewürz angeboten.

Neben der Verwendung als Gewürz wird die Pflanze als Aromatikum verwendet. Hierbei steht nicht der Geschmack, sondern der Geruch der Pflanze im Vordergrund. Die Pflanze wird vor allem in Seife verarbeitet, wo sie einzig als Geruchsträger auftritt. Aber auch in vielfältigen Badezusätzen ist die Pflanze zu finden. Hier werden vor allem die ätherischen Öle verwendet. Im Mittelalter wurde dem Beifuss magische Kraft zugeschrieben und daher der Hexerei zugeordnet. Das Kraut sollte vor Dämonen und bösen Mächten schützen.

Medizinisch werden alle Teile der Pflanze genutzt. Sie wirkt beruhigend und hat eine förderliche Wirkung auf den Magen- und Darmtrakt. Vor allem in der Frauenheilkunde wird die Pflanze gerne eingesetzt. Sie soll Eierstockentzündungen und Menstruationsbeschwerden lindern. Außerdem soll das Kraut bei der Entbindung wehenfördernd sein. Neben der Verdauungsförderung wirkt das Kraut sehr gut gegen Muskelkater und müde Beine. Eine weitere Wirkung entfaltet die Pflanze bei Problemen neurologischer Art. Sie wirkt hier gegen Neuralgien und Nervenanspannungen.

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