| M wie Majoran |
Mate (Ilex paraguariensis A.St.-Hil, auch: Ilex paraguensis D.Don und Ilex paraguayensis Hook.), der Mate-Strauch gehört zu der Gattung der Stechpalmen und ist in Südamerika beheimatet. Wachsen tut er in den Aurakarien-Wäldern Brasiliens, Argentiniens, Paraguays und Uruguays und im Urwald des Paranabeckens. Seit dem 19. Jahrhundert gehört er vor allem in Brasilien, Argentinien und Paraguay zur Kultur dazu. Ungefähr die Hälfte der auf dem Markt zu verkaufenden Mate wird von den wild wachsenden Bäumen geerntet. Für optimale Anbauverhältnisse sollte eine Durchschnittstemperatur von ca. 20 bis 23 °C gegeben sein. Außerdem sollte die Luft eine mittelhohe Luftfeuchtigkeit besitzen und die Höhe 400 bis 800 Meter über Normalnull betragen.
Bekannt ist Mate vor allem als Tee, durch einen Aufguss klein geschnittener und getrockneter Blätter des Mate-Strauchs. Ursprünglich bezeichnete man nur das Trinkgefäß als „Mate“, heute aber auch das Getränk. In Südamerika steht Mate ganz oben auf der Getränkeliste und nicht, wie viele Europäer vermuten würden, der Kaffee. Auch Mate enthält aufputschendes Koffein, ist aber trotzdem deutlich verträglicher als Kaffee. In den Gegenden der traditionellen Anbaugebiete wie zum Beispiel Argentinien trinken etwa 80 % der dortigen Bevölkerung mindestens ein mal die Woche Mate. Der Jahreskonsum liegt dort bei 6,4 Kg pro Einwohner. Noch heute wird der Tee von Arbeitern als eine Art Zaubertrank benutzt, der gegen körperliche und geistige Ermüdung, Hitze und Hunger wirkt.
In dem südamerikanischen Winter (also von etwa Mai bis September) werden komplette Äste, am besten mit zweijährigen Blättern, abgeschlagen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Mate. Einmal den grünen Mate und den gerösteten Mate. Für den grünen Mate wird die zerkleinerte Ernte bei 50 bis 60°C über 4 Wochen fermentiert (gegärt) und dann für eine Minute auf 400°C erhitzt, wodurch der Wassergehalt der Blätter von 60 % auf 25 % sinkt. Beim gerösteten Mate werden meist nur die Blätter, Blütenstiele, Blattstiele und die Triebspitzen in sogenannten Drahttrommeln über einem heißen Feuer gedreht. Mit dieser Vorgehensweise werden die Enzyme der Pflanzenteile nahezu zerstört und der Mate bekommt dadurch sein charakteristisches Aroma. Beide Sorten werden zum Schluss auf etwa 9% Restfeuchtigkeit trocken müssen, werden anschließend in Stückchen zerkleinert und für den Verkauf verpackt.
Die frisch gepflückten Blätter des Mate-Strauchs enthalten Koffein, Theobromin und eine größere Menge Gerbstoffe. Der Aufguss besitzt eine gelbgrünliche Farbe und enthält abhängig von der Stärke des Aufgusses dazu noch Chlorophyll, ätherisches Öl und Vanillin. Die Vitamine A, B1, B2 und C finden sich im Aufguss. Dadurch hat der Mate-Tee viele therapeutische Eigenschaften: er wirkt unter anderem anregend für Muskeln, Nerven und Stoffwechsel, wirkt harntreibend, fördert die Speichel-Magensaftbildung und ist damit hilfreich bei der natürlichen Verdauung. Aufgrund des Koffeins wirkt der Mate-Tee auch noch Kreislaufanregend.
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