Nachtkerze (Oenothera biennis)

Die Nachtkerzen, mit dem lateinischen Namen Oenothera biennis sind eine Pflanzenart aus der Familie der Nachtkerzengewächse und diese Familie besteht aus fast 200 Arten. Früher nur in Nordamerika verbreitet, gehören die Nachtkerzen seit dem 17. Jahrhundert zu den Zierpflanzen in Europa. Die verwilderten „Neophyten“ (Pflanzen, die durch menschliche Hilfe in bisher unbesiedelte Gebiete vordrangen) sind nun ein ständiger Bestandteil der Flora in Mitteleuropa.

Nachtkerzen sind krautige und mehrjährige Pflanzen. In ihrem ersten Jahr des Wuchses entwickelt entsteht eine sogenannte Blattrosette mit zumeist 20 bis30 Blättern. Ein Jahr später wächst dann ein bis zu 2 Meter hoher Stängel aus der Pflanze. In den oberen Bereichen der Nachtkerze entstehen auch Verzweigungen. Die Blätter der Nachtkerze sind oval und eiförmig und werden Richtung Stiel hin schmaler. Der Rand des Blattes ist eher glatt. Die Blätter haben eine eher stumpfe Spitze und besitzen kleine dünne Härchen. Die Blüten sind recht groß, ährenartig angeordnet und von einem strahlenden, hellen Gelb und blühen den ganzen Sommer. Meist blühen die unteren Blüten vor den oberen, obwohl es in der Natur sonst eher umgekehrt der Fall ist.

Das Nachtkerzen-Kraut hat seine Blütezeit in den Sommermonaten von Anfang Juni bis zum September. Dies jedoch nur unter optimalen klimatischen Bedingungen. Unabhängig der Blütenzeit erfreuen die Blüten das Auge des Betrachters nur eine sehr kurze Zeit, da sie sich erst spät am Tag öffnen, wenn die Abenddämmerung anfängt, zudem sind sie oft bereits am nächsten Tag verblüht. Deswegen auch der Name NACHTkerze.
 
Die Bestimmung des exakten Zeitpunktes, an welchem sich die Blüte öffnet, ist eine Wissenschaft für sich. Verschiedene Faktoren wie der Stand der Sonne, die Lufttemperatur und die Luftfeuchtigkeit sind von entscheidender Bedeutung. Die Zeremonie der Blütenöffnung erfolgt binnen ein paar Minuten in einem rucklosen, fließartigen Vorgang. Diese Schnelligkeit ist bei sonst keiner Pflanze in Europa zu beobachten.

Bestäubt wird die Pflanze von Hummeln oder Bienen, in der Nacht von Nachtfaltern. Der Duft ist ebenfalls nur in der Nacht bemerkbar. Die Wurzeln sind spindelförmig und können bis zu 20 cm lang werden und einen Umfang von bis zu 5cm erreichen und ist sogar essbar.

Das Öl, welches aus Samen der Nachtkerze gewonnen wird, hat einen reichen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. Die Symptome für Neurodermitis wie Schuppung, Juckreiz oder Rötung der Haut können durch Einnehmen des Öls oder auch durch Einmassieren an den betroffenen Hautstellen deutlich gebessert werden. Allerdings zeigt sich die Wirkung nur bei einem Drittel der Patienten. Auch bei den weiblichen Regelbeschwerden hat sich das Öl der Nachtkerze bewährt.