| W wie Wegerich |
Die Pflanze ist ein Kreuzblütengewächs. Die Pflanze heißt im Volksmund auch Raukensenf oder Wegsenf. Das Kraut ist vor allem in Gärten zu finden, wo sie als Unkraut zählt. Auch an Wegrändern oder in Feldern ist sie zahlreich zu finden. Europa ist die angestammte Heimat der Pflanze, die eine Wuchshöhe von 30 – 70 Zentimeter erreicht. Die Pflanze blüht ab Mai und hält ihre Blüte bis in den Spätsommer. Sie hat stark verzweigte Stängel, an deren Ende die Blüten in Trauben stehen. Die Blüten besitzen vier Blätter, die zwittrig angelegt sind. Die Kronblätter der Blüte sind gelb und werden nur zwei bis vier Millimeter lang.
Die Wegrauke befruchtet sich selbst oder wird von Insekten bestäubt. Die Wegrauke hat starke Ähnlichkeit mit dem echten Eisenkraut, weshalb sie als gelbes Eisenkraut bezeichnet wird. Die Wegrauke bevorzugt nährstoffreiche Böden an sonnigen und warmen Standorten. Die Samen sind in Schoten organisiert. Hier sitzen bis zu zehn einzelne Samen in einer Reihe. Die Samen werden dabei einfach abgeworfen.
Es wird berichtet, dass die Pflanze für bestimmte Tiere giftig ist, wodurch sie nicht durch Tiere gefressen wird, die sie dann über ihren Kot ausbreiten. Als Kulturpflanze wird die Wegrauke nicht verwendet. Durch ihre Beschaffenheit und die Eigenart, dass sie getrocknet leicht holzig wird, wurde die Pflanze früher zur Herstellung von Besen verwendet.
In der Küche werden vor allem die Samen als Gewürz verwendet. Sie haben ein sehr würziges Aroma, das stark an Senf erinnert. Die Blätter hingegen werden in der Küche gehackt und zu Salaten und Ähnliches gegeben. Hier entfalten sie ebenfalls ein starkes Aroma. Ihr Geschmack erinnert stark an Kresse. Verwendet kann die Wegrauke vor allem durch Trocknung werden. Hier sollte sie dann zu Pulver vermahlen werden. Das entstandene Pulver erinnert stark an Senf, hat aber einen wesentlich höheren Vitamin-C-Gehalt, wodurch sie vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten eingesetzt werden kann.
Sowohl für die Küche als auch zur Nutzung in der Naturheilkunde sollte die Pflanze von Juni bis September genutzt werden. Neben der Vorbeugung von Erkältungskrankheiten war die Pflanze früher gegen Stimmbandentzündungen die erste Wahl. Auch Kehlkopfentzündungen wurden regelmäßig hiermit behandelt. Hierher hat die Pflanze auch ihre volkstümliche Bezeichnung Sängerkraut. Vor allem Sänger nutzten diese Eigenschaft, wenn sie ihre Stimme verloren oder leicht erkältet waren. Die Pflanze regt aber auch die Nierentätigkeit an und wirkt deswegen stark harntreibend. Eine Wirkung ist auch bei Bronchitis nachweisbar. Eingesetzt wird die Pflanze hierbei als Tee. Die Blüten werden ca. fünf Minuten in kochendes Wasser gegeben. Der Sud wird dann von den Pflanzenteilen befreit und heiß getrunken.
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