Wegwarte (Cichorium intybus)

W wie Wegerich

Wegwarte (Cichorium intybus)

Sie war die Blume des Jahres 2009. Die Wegwarte, auch genannt die gemeine, oder gewöhnliche Wegwarte. Sie stammt aus der Familie der Korbblütler. Verbreitet ist sie in Europa, Westasien und Nordwestafrika. In Europa findet man sie leicht an Weg – und Ackerrändern, auf Schuttplätzen und Weiden. Aber auch in Bauerngärten erfreut man sich ihrer, da sie als hübsch aussehende Zierpflanze angenehm anspruchslos in der Pflege ist. Im 19. Jahrhundert wurde die Pflanze ihrer Wurzel wegen kultiviert. Als Kulturformen existieren Zichorienwurzel, Radicchio und Chicorée.

Es handelt sich um eine mehrjährige Pflanze mit schlanker, rübenähnlicher Wurzel und starrem, kantigem, verästeltem Stängel. Sie wird etwa 80 – 150 cm hoch. Alle Pflanzenteile haben einen weißen Milchsaft. Der Stängel und die Blätter sind kahl oder borstig behaart.

Jede Blüte blüht nur einen Tag. Leider sind die großen, blauen Blüten nur in den Vormittagsstunden geöffnet. Im geschlossenen Zustand ist sie gut getarnt von den Pflanzen ihrer Umgebung, kaum zu erkennen. Ihre Blütezeit ist von Juli – September.

Schon im Mittelalter spielte die Gemeine Wegwarte eine wichtige Rolle. Man sagte ihr gewaltige Zauberkräfte nach. Des Weiteren wurde sie als Liebeszauber eingesetzt. Im Kampf stellte die Wegwarte eine Schutzfunktion für ihren Träger dar, da man glaubte, dass sie einen unbesiegbar und unverwundbar werden ließen. Legte man dagegen die Pflanze unter das Kopfkissen einer Jungfrau, so erschien dieser Person im Traum ihr zukünftiger Ehemann. Einer weiteren Sage zufolge stellten die blauen Blüten die Augen eines Burgfräuleins dar. Sie wartete vergeblich auf die Rückkehr ihres Geliebten, der von einem Kreuzzug heimkehren sollte.

Auch für die Heilkunst spielte die Wegwarte im Mittelalter eine große Rolle. Man nutzte die Hauptwirkstoffe der Wegwarte Inulin, Cholin, Bitterstoffe und Zucker.

Paracelsus erkannte die Wirkungen des Krautes und stellte nach deren Einnahme eine schweißtreibende Wirkung fest. Kneipp erweiterte das Einsatzgebiet auf den Verdauungstrakt (Magen, Leber, Galle), da er feststellte, dass das Inulin den Gallefluss anregt und den Harnsäuregehalt im Blut reduziert. Hautunreinheiten und Ekzeme wurden ebenfalls mit der Wegwarte behandelt.

Auch heutzutage wird im Sommer für die Kräuterheilkunde das blühende und getrocknete Kraut verwendet. Die spindelförmige Wurzel wird dagegen erst im Herbst geerntet und getrocknet.

Für die Zubereitung von Wegwarte-Tee werden heutzutage 20g Wegwarte mit 180 g Wasser 5 Minuten gekocht. Die Wurzel wird jedoch nur angebrüht. Der Tee sollte 3-mal täglich nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

Aus der Wurzelzichorie wurde ab dem 18. Jahrhundert Kaffee hergestellt. Zuvor wurde die geröstete Wurzelzichorie lediglich dem Bohnenkaffee beigefügt, um diesem mehr Farbe und einen kräftigeren Geschmack zu verleihen.

Seit dem 19. Jahrhundert werden Chicorée, Salatzichorie und Radicchio für Salate und die Gemüseküche verwendet. Auch in der Homöopathie ist die Wegwarte bei den Bachblüten unter dem Namen "Chicory" bekannt.

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