Waldmeistersirup selbst machen

Waldmeister – besser als sein Ruf?

Waldmeister ist vor allem bei Kindern sehr beliebt. Sie kennen ihn allerdings eher in Form von Götterspeise, giftgrüner Brausegetränke oder leckerem Eis. Wie Waldmeister aussieht und wo man ihn sammeln kann, ist noch nicht einmal allen Erwachsenen bekannt. Dabei lassen sich aus seinen Stängeln und Blättern aromatische Bowlen und Sirups herstellen. Waldmeistersirup beispielsweise ist ein klassischer Zusatz der Berliner Weißen. Aber auch in Mineralwasser schmeckt Waldmeistersirup lecker und erfrischend und wird von vielen Kindern gern getrunken. Lange war Waldmeister im Verruf, gesundheitliche Schäden zu verursachen. Dabei ist das in Waldmeister enthaltene Cumarin, welches auch den typischen Geschmack hervorruft, nur in großen Mengen giftig. Kopfschmerzen, Leberschäden, Benommenheit und Schwindel sind die charakteristischen Begleiterscheinungen einer Vergiftung – alle Symptome bilden sich jedoch nach kurzer Zeit wieder zurück, sind also reversibel. Trotzdem sollte man ein wenig Vorsicht im Umgang mit Waldmeister walten lassen und auf häufigen Verzehr jeglicher Art verzichten. Gerade, wenn es um das Wohl der Kinder geht, sollte man sich unbedingt an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten.

Waldmeister in Wald und Garten

Wer Waldmeistersirup selbst machen will und sich das Kraut nicht kaufen möchte, muss sich in die Laub- und Mischwälder aufmachen. Hier siedelt sich der Waldmeister am liebsten in Begleitung des Buschwindröschens an. Die Pflanze wird nicht höher als 30 Zentimeter und fällt durch seine in Quirlen stehenden 6-8 Blätter auf. Die Blätter selbst sind länglich und am Ende spitz. Die Blüte des Waldmeisters ist April bis Mai – er sollte wenn möglich vor der Blütezeit geerntet werden. Zwar steigt sein Cumaringehalt nicht nach der Blüte an – wie oft behauptet wird – aber seine Stängel und Blätter verhärten sich danach und sind weniger zart. Für Gartenliebhaber eignet er sich auch für das Kräuterbeet. Da er sich schnell vermehrt, muss die Stelle allerdings sorgfältig ausgewählt werden.

Waldmeistersirup – ein Rezept für Jung und Alt

Man benötigt ungefähr 30 Gramm Waldmeisterblätter (in etwa eine kleine Tasse voll), 200 Gramm Zucker, 500 Milliliter Wasser und eine Zitrone – die darf auch gerne aus dem Bio-Anbau sein. Die frischen Stängel (mit Blättern) werden getrocknet, damit sich das typische Aroma besser entfalten kann. In der Regel dauert dies 12-24 Stunden und sollte an einem trockenen Ort geschehen – am besten über Nacht. Am nächsten Morgen die Blätter abzupfen. Aus dem Wasser und dem Zucker wird nun der Sirup zubereitet. Hierfür beides zehn Minuten köcheln lassen, bis der Sirup klar ist. Anschließend kommen die Waldmeisterblätter hinein und die in Scheiben geschnittene Zitrone. Diese Komposition ungefähr 24 Stunden ziehen lassen. Danach Blätter und Zitrone herausnehmen, alles noch einmal aufkochen und in saubere, keimfreie Fläschchen oder Gläser füllen. Bei Lagerung in einem kühlen, dunklen Keller hält der Waldmeistersirup ungefähr ein halbes Jahr. Wem die Farbe nicht intensiv genug ist, muss mit grüner Lebensmittelfarbe nachhelfen! Aus den getrockneten Blättern des Waldmeisters lässt sich auch ein Tee zubereiten. In der Naturheilkunde wird dem Waldmeister eine beruhigende, schlaffördernde Wirkung zugeschrieben. Auch gilt er im volkstümlichen Glauben als Liebestrank – dies bezieht sich jedoch mehr auf die Waldmeisterbowle. Und hier sei einmal dahingestellt, ob tatsächlich dem Waldmeister oder doch nicht eher dem Alkohol diese liebesfördernde Wirkung zuzuschreiben ist.