Chinesische Medizin

Chinesische Medizin Kontrolle

Kontrolle mit Zunge und Nase

Dekokte sind, um meist einem weit verbreiteten Missverständnis entgegenzuwirken, keine bloßen Aufgüsse oder Tees. Für ihre Zubereitung, die der Patient meist selbst übernimmt, werden die Rohdrogen in Wasser abgekocht. Die meisten Chinesischen Heilpflanzen setzen Ihre wertvollen Wirkstoffe erst frei, wenn man sie ca. eine halbe Stunde lang kocht. Bei der chinesischen Medizin gibt es natürlich auch Fertigarznei wie z.B. Pulver, Tropfen, Granulate oder Pillen aus Honig oder Wachs. Sie erkaufen damit mehr oder weniger ihre Leichtere Handhabung jedoch mit Nachteilen. Das zubereiten eines Dekokts bezieht die Sinne als Kontrolle mit ein, denn beim Kochen sieht, richt und schmeckt der Patient was er später zu sich nimmt. Ekelt er sich vor dem Geschmack des Absudes oder kann er ihn nicht riechen… ist dies ein untrügerisches Zeichen dafür, dass die Rezeptur nicht zum Patient passt. Vorgefertigte Topfen oder Dragees sind dagegen mit einer Zuckerhülle umgeben oder mit Geschmacksstoffen versetzt, die den Eigengeschmack der Rohdroge überdecken. Somit verlieren Zunge und Nase Ihre Funktion als Kontrollinstanz – Geruch und Geschmack eignen sich nicht mehr als diagnostische Hilfsmittel.

Krankheiten bedeuten in der TCM stets Störungen des inneren Gleichgewichts. Aufgrund verschiedener Lebensumstände verlaufen sie bei jedem Patienten anders. Deswegen nimmt ein TCM-Arzt die Arznei Therapie stets auf den einzelnen Patienten abgestimmt vor. Mit den chinesischen Spezialitäten lassen sich alle Erkrankungen behandeln, die auf die Selbstheilungskräfte des Körpers ansprechen – im Grunde also die meisten bekannten leiden. Bei lebensbedrohlichen Krankheiten wie Schlaganfall und Herzinfarkt, bei chirurgischen oder psychiatrischen Notfällen hat heute aber auch in China die westliche Schulmedizin Vorrang. Überhaupt ist die Anwendung der TCM in China deutlich im Rückgang begriffen. In modernen küstennahen Regionen des Ostens sei sie wohl kaum noch verankert. Besonders jüngere Patienten suchten wohl fast nur noch westlich ausgebildete Ärzte auf. Um dort die Errungenschaften der Schulmedizin zu erfahren.

Unterschiede zwischen Ost und West

Die Erfahrungen westlicher TCM-Therapeuten stimmen allerdings nicht immer mit dem überein, was in China gilt. Das liegt daran, dass die Menschen hier und dort so verschieden sind. Europäer dagegen reagieren empfindlicher auf chinesische Medizin, weshalb die Dosierung dort drei bis sechsmal unter den in China üblichen Mengen liegen. Auch die Rezepturen sind dort einfacher komponiert und enthalten in der Regel höchstens acht statt der bis zu zwanzig Einzelheilmittel nach chinesischen Anweisungen. Wenn dort die traditionellen Lehren der Chinesen genutzt werden soll, müssen dort noch einige Erfahrungsschätze gesammelt werden. Dann wird sich auch zunehmend die Überzeugung festigen, dass TCM im Westen wohl Ihren eigenen Weg gehen muss, auch wenn viel von den chinesischen Ärzten viel zu lernen bleibt.


Tipp: Weitere interessante Informationen finden Sie unter Heilpflanzen und im Kräuterlexikon.

 

„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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