Heilkräuter

Brennessel (Urtica diolca)

Eine der besten Heilpflanzen der Welt! Wenn die Menschheit wüste wie heilkräftig sie ist, würden viele auch Brennessel im Kräutergarten anbauen. Die Brennessel ist von der Wurzel über Stängel und Blätter bis hin zur Blüte heilkräftig. Die Brennessel ist unsere beste blutreinigende und gleichzeitig Blutbildende Heilpflanze.

Die Brennnessel ist den meisten als lästiges Unkraut eher verhasst. Sie wächst vor allem auf Schutt und stickstoffhaltigen Böden und besiedelt gern karge Waldränder. Ihr schneller Wuchs und ihre dezenten, kleinen Blütenstände machen sie dabei als Zierpflanze in naturnahen Gärten attraktiv. Als Heilpflanze - vor allem als Tee bei Nieren- und Blasenleiden - ist sie auch schon lange bekannt und verwendet. Außerdem kommen Brennnesselsalate wieder in Mode.

Dass die Brennnessel als Heilpflanze viel zu bieten hat, zeigen diverse Studien. Ihr Wirkungsprofil erstreckt sich über eine positive Auswirkung auf die Beweglichkeit der Gelenke, eine entzündungshemmende Wirkung, über eine gute Wahl zur Entgiftung bis hin zur Verwendung als Schönheitskur. Die Brennnessel kann allerdings noch einiges mehr. Es ist dabei egal, ob die Große Brennnessel (Urtica dioica) oder die Kleine Brennnessel (Urtica urens) verwendet wird. Sie gleichen sich in ihrer Verwendbarkeit. Der einzige Unterschied liegt in der Stärke der Reizung: Die Kleine Brennnessel brennt intensiver.

Brennessel Inhaltsstoffe

Die Brennnessel lässt sich als Nahrungsmittel und Heilpflanze gut verwenden. Nicht nur, dass ein gut verarbeiteter Tee oder ein Salat gut schmecken - die Pflanze ist auch reich an wertvollen Inhaltsstoffen. So enthält sie in ihren oberen Pflanzenteilen beispielsweise besonders viel Eisen, Kalium und Calcium. Außerdem Hormone wie zum Beispiel Serotonin und Acetylcholin, die den Stoffwechsel und die Aktivität anregen. Histamin ist ebenfalls enthalten - es handelt sich um einen Botenstoff, der bei allergischen Reaktionen zum Einsatz kommt.

Sie enthält dabei zweimal soviel Vitamin C wie Orangen und weiterhin die Vitamine K und B1. Mit einem Eiweißanteil von dreißig Prozent in der Trockenmasse ist sie zudem äußerst nahrhaft. Dieses pflanzliche Eiweiß ist zudem besonders bioverfügbar - es kann in großen Teilen auch wirklich vom Körper aufgenommen werden und wird nicht einfach verdaut.
Mehr als die Hälfte der Proteine besteht dabei aus essentiellen Aminosäuren - namentlich: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Cystein, Phenylalanin, Tyrosin, Threonin, Tryptophan, Valin, Histidin und Arginin. Diese kann der Körper nicht selbst bilden, weshalb sie mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Die Brennnessel liefert hier einen guten Dienst als Lieferung hochwertigen Pflanzeneiweißes.

Die Wurzeln sind reich an Gerbstoffen, Pflanzenfasern und anderen sekundären Pflanzenstoffen sowie ätherischen Ölen. Letztere finden sich auch in den Samen und Blüten der Brennnessel, die geröstet ebenfalls genießbar sind.

Die Gerbstoffe wirken vor allem antibakteriell, denn sie hemmen das Wachstum von Bakterien. Dies kann Entzündungen im Körper unterstützend bekämpfen. Auch die ätherischen Öle der Brennnessel wirken entzündungshemmend. In Kombination mit den Flavonoiden wirken sie zudem entspannend und durchblutungsfördernd.
Andere ätherische Öle der Brennnessel wirken krampflösend, schleimbildend und verdauungsfördernd.

Die Wurzel ist gesondert zu betrachten, denn sie enthält kaum Chlorophyll und ist reicher an Polysaccariden und Phystosterol. Letzere Substanz stellt ein Steroid dar, welches vor allem bei einer gutartig vergrößerten Prostata Anwendung finden kann. Brennnesselwurzeln enthalten zudem auch mehr Gerbstoffe als die oberen Pflanzenteile.

Die Brennnessel enthält insgesamt:

• Die Vitamine C, A, E, K, B1, B2 und B5 sowie das Provitamin A
• Viele Mineralstoffe und Spurenelemente, vor allem Eisen, Kalium und Calcium
• Hochwertiges pflanzliches Eiweiß und essenzielle Aminosäuren
• Ballaststoffe und Chlorophyll
• Botenstoffe
• Antioxidanzien
• Ätherische Öle
• Gerbstoffe

Brennssel bei bescherden

Brennessel kann bei Ekzemen, Kopfschmerzen, Nierenerkrankungen, Haarausfall, krankhafte Urinverhaltung, Erkrankungen und Entzündungen der Harnwege, gichtischen und rheumatischen Erkrankungen, Mangel an Eisengehalt, Ermüdungserscheinungen helfen. In der Volksmedizin wird Brennesseltee als wochenlange Trinkkur  gegen Leber und Gallenleiden, Milzerkrankungen, Milztumor, Verschleimung des Magens und der Atmungsorgane, Magenkrämpfen und -geschwüren, Darmgeschwüren, Lungenerkrankungen vorgeschlagen. Auch bei Viruserkrankungen und Bakterienausscheidung kann sie ein guter Helfer sein.

Auch bei Wassersucht kann die Brennessel durch starken Wasserentzug helfen. Durch ihre Blutbildenden Wirkstoffe hilft sie bei Bleichsucht, Blutarmut, Anämie und anderen schweren Bluterkrankungen. Bei Allergien empfiehlt es sich Brennesseltee hindurch zu trinken (auch Heuschnupfen). Die Brennessel nimmt die Anfälligkeit für Erkältungen.

Auch bei Gefäßverengungen (Raucherbein) leistet die Brennessel gute Hilfe. Mache Menschen die daran leiden könnte eine Beinamputation erspart bleiben wenn sie rechtzeitig Brennessel-wurzel-Fußbäder nehmen würden.

Tipp: Bei Ischias, Hexenschuss, Nervenentzündungen an Armen und  Beinen mit einer frischen Brennessel ganzleicht über die Schmerzenden stellen streichen. Bei Ischias streicht man mit der frischen Pflanze ganz langsam vom Fußknöchel beginnend, an der Außenseite bis zur Hüfte und von da aus zur Innenseite des Beines entlang bis zur Ferse. Das wiederholt man zweimal und streicht anschließend von der Hüfte abwärts über das Gesäß. Ähnlich kann es bei anderen betroffenen Stellen gemacht werden. Anschließend Hautstelen einpudern.

Brennessel Anwendungsarten

Teeaufguss: 4 gehäufte Esslöffel auf ein Liter Wasser, nur brühen und kurz ziehen lassen.

Brenn-Nesseltinktur: Die Wurzeln, im Frühjahr oder Herbst gegraben, mit einer Bürste waschen, kein schneiden und bis zum Hals in eine Flasche gefüllt. Mit 38 bis 40%igem Kornbranntwein übergossen lässt man sie 14 Tage an einer warmen Stelle stehen.

Fußbäder: Zwei gehäufte Hände gut gewaschener gebürsteter Brennesselwurzeln und frische Brennesseln (Stängel und Blätter) werden über Nacht in 5 Liter Wasser angesetzt und am nächsten Tag bis zum Kochen erhitzt. So warm als man es vertragen kann, darin 20 Minuten die Füße baden. Die Brennesseln bleiben während des Fußbades im Wasser. Dieses Fußbad kann man wieder erwärmen und 2-3 Mal verwenden.

Kopfwäsche: 4-5 gehäufte Doppelhände frische oder getrocknete Brenn-Nesseln in einen 5 Liter Topf mit kaltem Wasser auf kleiner Flamme langsam bis zum Kochen erhitzen. 5Minuten ziehen lassen. Verwendet man Brenn-Nesselwurzeln, setzt man eine gehäufte Doppelhand über Nacht mit kaltem Wasser an, erhitz sie am nächsten Tag bis zum Kochen und lässt dann 10 Minuten ziehen. Zur Kopfwäsche Empfiehlt sich Kernseifen.

Brennessel-Essig (für glänzendes Haar): Eine Handvoll frische Brennesselblätter, 500 ml Wasser, 250 ml Obstessig. Die Brennesselblätter mit kochendem Wasser überbrühen, drei Stunden zugedeckt ziehen lassen und anschließend Abseihen. Dann den Sud mit Essig mischen und in eine Flasche abfüllen. Nach jeder Haarwäsche das Haar gründlich mit dem Aufguss spülen und in die Kopfhaut einige Minuten einmassieren. Die Spülung wird nicht ausgewaschen.

Brennessel-Maske: Die Brennnesselmaske ist eine bewährte Schönheitsrezeptur die sogar bei akuter Akne wirkt.

Du benötigst hierfür, 2 gestrichene Esslöffel Heilerde, ein paar Tropfen Arnikatinktur und 125 ml Brennnesselaufguss. Du hast dies alles zur Hand, dann solltest du als erstes deine Heilerde zur Hand nehmen, und diese mit dem Brennnesselaufguss und der Arnikatinktur vermischen. Dafür kannst du einen Schneebesen nutzen.

Schritt 1 haben wir also geschafft, die Brennnesselmaske ist fertig, anschließend musst du sie nur noch auf dein Gesicht auftragen und 20 Minuten einwirken lassen.Man kann diese Maske Wöchentlich anwenden, bei akuter Akne ist es jedoch sinnvoll, sie zwei mal Wöchentlich anzuwenden.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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