Heilkräuter

Fenchel (Foeniculum vulgare) Bitterfenchel

Der Fenchel erhielt seinen lateinischen Namen wahrscheinlich wegen des typischen, leicht an Heu erinnernden, Geruchs. Ursprünglich stammt der Fenchel aus dem Mittelmeergebiet, aufgrund der Anpassungsfähigkeit der Pflanze wird der Fenchel jedoch weltweit angebaut. Da der Geschmack dem des Anises ähnelt, gibt es in einigen Ländern keine namentliche Unterscheidung zwischen diesen beiden Pflanzen.

Der Fenchel wird als Gemüse oder Gewürz verwendet, daher gibt es hier noch Unterscheidungen zwischen Gemüse- und Gewürzfenchel. Darüber hinaus wird er für Honig und zur Herstellung einer alkoholischer Getränke, z. B. als Mitbestandteil des Absinths, verwendet. In der indischen Küche findet Fenchel vorwiegend Verwendung, doch auch in einigen Salatdressings wird er gerne eingesetzt. Die Knollen des Fenchels lassen sich hervorragend zu Gemüse verarbeiten und sich vor allem bei Vegetariern sehr beliebt.

Hauptsächlich werden, egal für welchen Verwendungszweck, ausschließlich die Samen des Fenchels verwendet. Hierbei kann man die ätherischen Öle des Fenchels lösen oder die Fenchelkörner zerstoßen, mahlen oder aufkochen.

Der Samen des Fenchels ist ein Multitalent, was seine Inhaltsstoffe angeht: Neben ätherischen Ölen wie Anethol, Limonen, Estragol, Camphen und Fenchon enthalten sie die Vitamine A, B und C sowie Kieselsäure und Mineralsalze.

Die größere Bedeutung hat Fenchel jedoch als Heilmittel, hier vor allem als medizinische Anwendung. Fenchelhonig beispielsweise ist ideal bei Husten. Darüber hinaus ist er Bestandteil vieler Tees, die für eine Vielzahl unterschiedlicher Beschwerden zum Einsatz kommen. Als Bestandteil von Arzneimitteln wird in der Medizin ausschließlich der Bitterfenchel (Foeniculi amari fructus) verwendet.

Präparate mit Fenchel werden in der Medizin zum Lösen von Krämpfen und Blähungen eingesetzt. Darüber hinaus wirkt der Fenchel harntreibend, sanft schleimlösend und entzündungshemmend. Wegen seiner krampflösenden Eigenschaften wird er auch bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Da er auch den Milchfluss anregt, ist er fester Bestandteil in den Milchbildungstees. Vor allem für Säuglinge und Kleinkinder ist er als ungesüßter Tee sehr zu empfehlen.

Vor allem in der Säuglingsernährung ist Fenchel sehr beliebt und universell einsetzbar. Er vermindert die Schmerzen bei der sogenannten 3-Monats-Kolik und wirkt bei akutem Anfall leicht krampflösend. Da er sehr mild ist, kann man mithilfe des Tees Säuglingsnahrung und Breie anrühren.

Anwendungsarten:

Tee: ein Teelöffel zerstoßener Fenchelkerne mit kochendem Wasser übergießen und 10 – 15 Minuten ziehen lassen. Die Fenchelkerne herausfiltern und bei Verdauungsproblemen nach dem Essen trinken. Maximale Dosis pro Tag: 2 – 3 Tassen.

Kompressen: Fenchel-Tinktur verdünnen und als Umschlag auf schmerzende Gelenke, zum Beispiel bei rheumatischen Erkrankungen, legen. Am Besten die Kompresse über Nacht wirken lassen.

Aufguss: Zubereitung wie beim Tee. Den abgekühlten Aufguss als Spülung bei Bindehautentzündungen anwenden.

Vorsicht: Die ätherischen Öle können in Einzelfällen zu allergischen Reaktionen auf der Haut oder in den Atemwegen führen.

 

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„Deine Nahrung soll Deine Medizin sein und Deine Medizin soll Deine Nahrung sein“

Hippokrates (460-370 v.Chr.)

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